Innenstadt-Umfrage: Besucher vergeben nur Note 3+

Fußgängerzone mit Passanten und Kirchturm im Hintergrund

Innenstadt-Umfrage: Besucher vergeben nur Note 3+

  • 59.000 Passanten in 116 Stadtzentren befragt
  • Auswahl und Flair sind Kunden am wichtigsten
  • Die meiste Kritik gibt's fürs Parken
  • Gute Noten für Hilden, Düsseldorf und Arnsberg

Beim Shopping in der Innenstadt sind den Kunden zwei Sachen besonders wichtig: Eine große Auswahl an Geschäften und möglichst viel Ambiente und Flair. Doch das können längst nicht alle Stadtzentren bieten: Im Schnitt bekommen sie von den Besuchern nur die Schulnote 3+.

Studie: Innenstädte nur mäßig attraktiv

WDR 2 23.01.2019 02:54 Min. WDR 2

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Für Deutschlands größte Innenstadt-Studie hat das Institut für Handelsforschung (IFH Köln) bundesweit 59.000 Passanten befragt. Auch 32 NRW-Städte wurden dabei erfasst. Gut schnitten unter anderem Hilden, Düsseldorf und Arnsberg-Neheim ab. Wer auf den hinteren Rängen landete, wird nicht veröffentlicht.

Gleiches Ergebnis wie in Vorjahren

Schon 2014 und 2016 gab es für die Fußgängerzonen nur ein "befriedigend plus". Das bedeutet: Eine generelle Verödung scheinen die Kunden nicht wahrzunehmen, sagt Studienleiter Boris Hedde. Allerdings auch keine großen Schritte nach vorne: "Wir brauchen aber eine Schulnote zwei, um dem Strukturwandel im Einzelhandel zu begegnen."

Seit 2014 sind die Onlineverkäufe um 50 Prozent gestiegen. Bereits jeder Dritte unter 25 Jahren gibt an, deshalb seltener in die Stadt zu kommen. Darunter leiden auch im Westen Fußgängerzonen und Nebenlagen.

"Besucher muss im Mittelpunkt stehen"

Das IFH empfiehlt, den Kunden Erlebnis, Events und Gastronomie zu bieten. Und es ihnen gleichzeitig bequem zu machen: Durch einheitliche Öffnungszeiten und vereinfachtes Parken. "Wir müssen den Innenstadtbesucher brutal in den Mittelpunkt stellen. Von dort aus denken. Dann gelingt es uns auch, die Innenstadt nach vorne weiterzuentwickeln."

Stand: 23.01.2019, 05:00

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 Ingo S 23.01.2019, 15:58 Uhr

    "[…] vereinfachtes Parken." Ja klar, nur Autofahrende lassen Geld in den Läden. Das z.B. Radfahrende zwar pro Einkauf weniger, insgesamt (über eine höhere Frequenz) mehr Geld ausgeben, gilt als bewiesen. Weshalb aber ich nicht mehr in den Innenstädten einkaufe: Weil ich alle naselang über asynchron geschaltete Fußgängerampeln mehrspurige Straßen überqueren muss, die Autofahrenden ihre Blechbüchsen mittlerweile völlig ungeniert selbst in Fußgängerzonen abstellen oder vor den Parkhäusern auf Fußwegen warten, dass sie einfahren können. Vom Lärm und Gestank dieser Blechbüchsen fang ich erst gar nicht an! Macht die Innenstädte fußgängerfreundlicher, stellt mehr Aufenthaltsqualität (auch unabhängig von Konsumverpflichtungen) her und es kommen auch wieder mehr Menschen. Das die immer gleichen Handelsketten sowie Smartphone-, und Billigläden nicht einladend sind muss ja nicht erst erwähnt werden.

  • 4 Frank 23.01.2019, 14:04 Uhr

    Seitdem in Köln Autofahrer konsequent schikaniert und abgezockt werden, Fahrradschutzstreifen zu Lasten von Linksabbiegespuren eingerichtet werden und die Staus immer länger werden, fällt Shoppen in der Innenstadt aus. Von mir aus können die in jedem Laden in der Innenstadt einen Fahrradladen oder einen Holzkohlegrill einrichten. Was ich spezielles auf dem Land einkaufen möchte, ist nur einen Klick weit entfernt. Tschö Schildergasse!

  • 3 Marion Sch. 23.01.2019, 12:55 Uhr

    An Anfang ware evtl gemacht, wenn sich die Geschäfte in den Innestädten auf eine gemeinsame Ladenöffnungszeit einigen könnten. Einige haben Samstags, der Tag zum shoppen/bummeln, morgens um 9 Uhr auf, andere erst um 10. Dann schliessen wieder welche um 13 Uhr oder aber auch erst um 14 Uhr? Womöglich findet man sogar einen Laden, der bis 16 Uhr geöffnet hat. Man muss auch nicht, wie in meiner Stadt, jeden 2. Laden zum Brillenfachgeschäft machen oder zum Telefonanbieter. Alteingesessene Geschäfte gehen leider "ein", weil sich auch keine Nachfolger finden. Vielleicht sollten die Gemeinden/Städte mal bedenken, wie hoch der Umsatz sein muss, um allein DIE Kosten zu decken, von Ladenmiete, Personalkosten, Steuer etc will ich gar nicht erst sprechen. Ich weiss nicht, was für ein Angebot man erwarten soll. Ich für meinen Geschmack kaufe gern in meinem Ort ein, nutze aber auch online shopping (OHNE amazon). Happy shopping an alle Marion

  • 2 Sven 23.01.2019, 11:46 Uhr

    Autos haben in Innenstädten nichts verloren. Dann kommt auch das Flair wieder.

  • 1 CnndrBrbr 23.01.2019, 11:12 Uhr

    Innenstädte sind einfach nur eine Qual. Die Abzocke beim Parken ist unerträglich, und ohne Gummistiefel kommt man nicht unbeschadet durch die Berge von Hundescheiße. Seit Amazon könnt Ihr mich mal!

    Antworten (2)
    • Klaus Keller 23.01.2019, 11:58 Uhr

      @CnndrBrbr, beim Off-Line Einkauf wird man aber nicht Teil von "Big Data". Der Platz zum Parken ist begrenzt, da hat man zwangsläufig ein Problem. Es gibt einen Ausweg mit einem kostenlosen Bus-Transfer zu Großparkplätzen; Dortmund hat das mal in der Vergangenheit zum Weihnachtsgeschäft gemacht, wenn ich mich richtig erinnere. Luxemburg will den öffentlichen Nahverkehr völlig frei zur Verfügung stellen; über Steuerdumping bezahlen wir das mit. Steuerdumping geht aber auch ohne EU. Die Stadt Mohnheim betreibt auch Steuerdumping und hat ähnliche Pläne. Es kann sich nur nicht jeder zu Lasten Anderer über Steuerdumping bereichern; irgendjemand bezahlt den Preis.

    • Erzogener Bürger 23.01.2019, 15:12 Uhr

      Ihre Ausdrucksweise ist ebenso beschämend wie Ihre Weitsicht in bezug auf eine funktionierende Wirtschaftsstruktur im menschlichen Lebensraum Stadt. Spätestens bei beratungsintensiven Leistungen wie einen Arztbesuch aber auch z.B. eine Brillen-Nachjustierung, oder wenn Sie einmal ein Restaurant besuchen, sollte Ihnen Ihre Innenstadt diese Möglichkeiten bereitstellen. Amazon wird Ihnen nicht helfen. Und wenn Sie sich, wie so viele Moser- und Meckerköppe von den Parkgebühren "abgezockt" fühlen, gibt es mit dem ÖPNV eine Alternative. Ach, da gibt es noch etwas: Raffen Sie sich von Ihrem Computer auf und engagieren Sie sich in Ihrer Kommune politisch. Denn dann können auch Sie die "Abzocke" oder "Kot-Berge" verhindern und Ihre Mitbürger können beim Besuch der Innenstadt die Gummistiefel zuhause lassen.

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