Explodierende Energiekosten: Was bringt der Heizkostenzuschuss?

Stand: 02.02.2022, 20:53 Uhr

Um ärmere Haushalte zu enthalten, hat das Bundeskabinett einen Heizkostenzuschuss beschlossen. Doch Verbraucherschützer halten den Zuschuss für viel zu niedrig. Weitere Entlastungen sind bereits geplant.

Von Ute Schyns

Was bringt der Heizkostenzuschuss?

Den Zuschuss sollen Wohngeldempfänger, Studierende mit Bafög und Auszubildende erhalten, die zum Beispiel das Aufstiegs-Bafög beziehen. Wohngeld-Empfänger, die alleine leben, bekommen einmalig 135 Euro, bei einem Zwei-Personen-Haushalt sollen es 175 Euro sein. Für Studenten und Azubis sind pauschal 115 Euro geplant. Ausgezahlt werden soll der Zuschuss im Sommer.

Doch Verbraucherschützer und Sozialverbände halten den Zuschuss angesichts der drastisch gestiegenen Heizkosten für viel zu niedrig. Sie fordern mindestens 500 Euro. Denn wer aktuell einen neuen Vertrag abschließt, muss für Gas im Durchschnitt 70 Prozent mehr zahlen als noch vor einem Jahr. Das hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ermittelt. Dadurch könnten die Heizkosten pro Jahr um mehrere hundert Euro bis tausend Euro steigen.

Welche weiteren Entlastungen sind bereits fest geplant?

Die Bundesregierung hat angekündigt, die zusätzlichen Kosten durch die CO2-Abgabe, zwischen Mietern und Eigentümern aufzuteilen. Bisher müssen Mietende sie alleine stemmen. Die Gesetzesänderung ist für den Sommer geplant.

Auch bei den Stromkosten soll es Entlastungen geben. So will die Ampelkoalition die Umlage für den Ausbau der Erneuerbaren Energien für alle Stromkunden streichen. Das sollte ursprünglich erst 2023 kommen. Geprüft wird nun, ob es möglich ist, die Abschaffung vorzuziehen. Die Umlage macht in diesem Jahr noch etwa zehn Prozent der Stromkosten aus. Das Bundeswirtschaftsministerium hat ausgerechnet, dass eine Musterfamilie dadurch um etwa 130 Euro im Jahr entlastet werden könnte.

Um die steigenden Kosten durch die CO2-Abgabe auszugleichen, will die Bundesregierung außerdem ein sogenanntes Klimageld einführen. Doch der genaue Zeitpunkt und die Details sind noch offen.

Und über welche Entlastungen wird sonst noch diskutiert?

Aus verschiedenen politischen Richtungen kommen zurzeit Forderungen, die Steuern auf Energie zu senken. Verbraucherschützer rechnen vor: Würde zum Beispiel die Stromsteuer um etwa zwei Cent die Kilowattstunde auf das in der EU erlaubte Mindestmaß gesenkt, könnte ein Durchschnittshaushalt circa 85 Euro im Jahr sparen.

Theoretisch möglich wäre es auch, befristet den Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf Energie zu senken. Denn bei steigenden Gas- und Ölpreisen steigt absolut gesehen auch die Belastung durch die Mehrwertsteuer. Doch Bundesbauministerin Geywitz hat bereits deutlich gemacht, dass sie nichts von diesen Plänen hält.

Preisschock: So lässt sich der Energieverbrauch senken

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 01.02.2022 05:00 Min. Verfügbar bis 01.02.2023 WDR 5


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