Thyssen-Krupp: Aktionäre schimpfen über Führungschaos

Thyssen-Krupp: Aktionäre schimpfen über Führungschaos

  • "Lehrstück über Managementversagen"
  • Abfindung für Kerckhoff in der Kritik
  • Sanierung werde noch Jahre dauern

Fehlinvestitionen in Milliardenhöhe, eine Serie von Kartellstrafen, Absturz an der Börse: Für die Führung von Thyssen-Krupp wurde die Hauptversammlung in Bochum zum Spießrutenlauf. Unzufriedene Aktionäre machten ihrem Ärger über den Kurs des Konzerns (und der Aktie) am Freitag (31.01.2020) Luft.

Wechsel an der Unternehmensspitze in der Kritik

Das Unternehmen stehe mit dem Rücken zur Wand, kritisierten Aktionärsvertreter. Von einem "Lehrstück über Managementversagen" und "Führungschaos" in der Chefetage war die Rede. Der einstige "Leuchtturm der deutschen Wirtschaft" gleiche jetzt "einer Baugrube, die unter Wasser steht". Vor allem der ständige Wechsel an der Unternehmensspitze stand im Zentrum in der Kritik.

Noch im Januar 2018 hieß der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger, ein Jahr später stand Guido Kerkhoff vor den Aktionären und nun Martina Merz. Es sei angesichts der angekündigten Massenentlassungen "einfach nicht tolerierbar", dass Kerkhoff nach nur einem Jahr als Vorstandschef mit einer Abfindung von 6,1 Millionen gehen konnte, wetterte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka Investment.

6.000 Stellen fallen weg

Vorstandschefin Merz stimmte die Aktionäre auf einen harten und mehrjährigen Sanierungskurs ein. Und das werde nicht "ohne Arbeitsplatzabbau gehen".

Konzernweit will Thyssen-Krupp 6.000 Stellen streichen. Bis der Konzernumbau zu besseren Geschäftszahlen führe, werde es "zwei bis drei Jahre" dauern, sagte Merz. Zunächst würden die Zahlen wegen der Sanierungskosten wohl noch schlechter.

Stand: 31.01.2020, 15:38

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