Lohn, Rente, Chefposten: Vom Nachteil, eine Frau zu sein

Internationaler Frauentag am 8. März – Für bessere Arbeitsbedingungen finden landesweit Frauenstreiks statt Frau tv 07.03.2019 05:44 Min. UT Verfügbar bis 07.03.2020 WDR Von Anke Wolf-Graaf

Lohn, Rente, Chefposten: Vom Nachteil, eine Frau zu sein

  • Weltfrauentag am 8. März
  • Frauen erhalten deutlich weniger Lohn und Rente als Männer
  • Nur 11 Prozent der DAX-Vorstände in NRW sind weiblich
  • Ist die Quotenregelung eine Lösung?

Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap, also der geschlechtsspezifische Lohnunterschied, liegt in Deutschland bei 21 Prozent. Bereinigt, also unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Berufserfahrungen und Qualifikationen, sind es immer noch 6 Prozent.

Was wird unternommen?

Wirtschaftswissenschaftler erklären einen Teil des Gender Pay Gap damit, dass Frauen tendenziell schlechter verhandeln als Männer. Eine größere Tarifbindung würde dem laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung entgegenwirken. Zudem soll das 2017 eingeführte Entgelttransparenzgesetz bei Gehaltsverhandlungen helfen.

Frauen arbeiten außerdem häufiger in Branchen mit niedrigerem Lohnniveau - etwa in der Pflege, Erziehung und Gesundheit. Gewerkschaften fordern Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen, um "Frauenberufe" aufzuwerten. NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU) hat am Freitag (08.03.2019) im WDR angekündigt, durch verschiedene Programme die Berufswahl von jungen Menschen verändern zu wollen.

Rentenlücke

2016 bekamen Männer in Deutschland 53 Prozent mehr Rente als Frauen. Auch hier spielt der Gender Pay Gap eine Rolle: Wer weniger verdient, erhält weniger Rente. Frauen arbeiten öfter in Teilzeit, weil sie mehr unbezahlte Arbeit als Männer verrichten - in Haushalt, Erziehung, Pflege.

Was wird unternommen?

Pflege- und Erziehungszeiten werden bei der Rente in einem gewissen Rahmen berücksichtigt. Mit der im November 2018 beschlossenen "Mütterrente II" wurde der Betrag erhöht - um monatlich 15 bis 16 Euro pro Kind. Das reiche allerdings nicht aus, um Altersarmut zu überwinden, so Jochen Pimpertz vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Er fordert stattdessen, die Grundsicherung im Alter anzuheben.

Frauen in Führungspositionen

2018 waren nur 27,6 Prozent der Abgeordneten im NRW-Landtag weiblich. Bei den Bürgermeistern und Landräten lag der Anteil bei 10,8 Prozent. Von den 53 Vorstandsmitgliedern in NRW-DAX-Konzernen sind nur 11,3 Prozent weiblich.

Mehr Frauen in die Landespolitik!

WDR RheinBlick 08.03.2019 20:13 Min. Verfügbar bis 08.03.2020 WDR Online

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Was wird unternommen?

Für Aufsichtsräte in Unternehmen gilt seit 2016 eine Quotenregelung, laut der 30 Prozent ihrer Mitglieder Frauen sein müssen. Zudem müssen die Firmen Zielgrößen für Geschlechteranteile in der Führung festlegen. Nach einer Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeige das Gesetz Wirkung, strahle aber nicht in andere Bereiche ab.

Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) hat am Freitag im "Handelsblatt" Sanktionen für Unternehmen angekündigt, die als Zielgröße für den Frauenanteil in Führungspositionen eine "Null" angeben, ohne dies zu begründen.

Stand: 08.03.2019, 12:07

Kommentare zum Thema

2 Kommentare

  • 2 cuno 08.03.2019, 16:24 Uhr

    Man kann diesen Scheiß schon längst nicht mehr hören. Eine Lüge oder eine falsche Behauptung bleibt eine Lüge und wird auch nicht besser wenn man sie ewig wiederholt. Ich kann jedenfalls sagen, daß bei uns in der Firma keine einzige Frau schlechter bezahlt wird als ein Mann und beileibe kann ich mir auch bei anderen Firmen nicht vorstellen, daß es bei gleicher Tätigkeit unterschiedliche Löhne gibt.

  • 1 Christoph Giesekus 08.03.2019, 15:36 Uhr

    Zeigen Sie mehr vonOsteuropa das war Intressant der Bericht vonRumänien JENNY macht eine super tolleArbeit mit den Kinder aus Slams .Der Focus sieht zu viel nach Afrika wir hier auch in Europa es wird so wenig gezeigt die Armut Rumänien Kasastan Albanien Geresien ganz Ost Europa ist eigentlich arm .Die einseitig Sicht nur Afrika gefällt mir nicht , ich hätte noch gerne mehr so Berichte von den wo man wenig weißt , von den Ländern die in Ost Europa liegen wie sie ihre Armut bekämpfen und was sie für Ideen haben für ihr Land . Ich weiß nicht was schöner ist bei 40 grad im Bett oder minus 40 im Bett zu liegen Über Afrika wird berichtet in den Medien TV PCs etc Ihr Zuschauer Giesekus

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