Immer mehr Nachtflüge an NRW-Flughäfen

Immer mehr Nachtflüge an NRW-Flughäfen

  • Zahl der Nachtflüge an NRW-Airports erneut gestiegen
  • Kalkulieren Billigflieger zu knapp?
  • Verkehrsminister Wüst kritisiert Airlines

Zur Diskussion über Nachtflüge

Die Zahl der Nachtflüge in NRW hat 2017 einen neuen Rekordwert erreicht. So gab es am Flughafen Köln/Bonn 42.262 Starts und Landungen zwischen 22 und 6 Uhr, teilte ein Unternehmenssprecher dem WDR am Montag (09.07.2018) mit. Das sei eine Zunahme von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Am Köln-Bonner Flughafen gibt es kein Nachtflugverbot. Die Flugzeuge, die dort zwischen 22 und 6 Uhr starten und landen, müssen die Lärmschutznorm "ICAO Kapitel 3" erfüllen und auf einer entsprechenden Liste des Bundesverkehrsministeriums stehen. Kritiker bemängeln allerdings, dass nahezu alle gängigen Flugzeugtypen diese Norm erfüllten.

Düsseldorf: Immer mehr Ausnahmen bei Nachtflügen

Auch in Düsseldorf steigen die Nachtflugzahlen, obwohl dort Flugbeschränkungen zwischen 22 und 6 Uhr herrschen. Allerdings sind dort diverse Ausnahmen in Kraft. So dürfen Maschinen, die in Düsseldorf ihre Basis haben, bis 24 Uhr dort verspätet landen. Auch verfrühte Starts ab 5 Uhr sind möglich. 2017 gab es dort nach Flughafenangaben 169 Starts nach 22 Uhr. Zwischen 23 und 0 Uhr sowie zwischen 5 und 6 Uhr gab es insgesamt 2.000 Landungen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 95 Ausnahmegenehmigungen erteilt, davon 38 für die Zeit zwischen 0 und 5 Uhr, die so genannte Kernnacht.

Laut Deutscher Flugsicherung gab es 2017 an den 16 größten Flughäfen bundesweit 215.843 Starts und Landungen. Das sei der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. 2016 waren es 201.730 Starts und Landungen.

NRW-Verkehrsminister trifft sich mit Fluglinien

Kritiker von Bürgerinitiativen wie der Lärmschutzgemeinschaft Köln/Bonn oder des Vereins "Kaarster gegen Fluglärm" machen die wachsende Anzahl von Billigflugangeboten für die steigenden Nachtflugzahlen verantwortlich. So planten diese mit zu knappen Umladezeiten und lösten somit Verspätungen aus, die zum nächtlichen Flugbetrieb führten. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hatte angekündigt, sich deshalb mit den Fluglinien zu treffen. "Ich möchte wissen, wie das besser werden soll", schrieb er auf Twitter.

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Stand: 09.07.2018, 13:18

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • Daniel 10.07.2018, 08:54 Uhr

    Ab 18 Uhr darf ich einen Presslufthammer draußen nicht benutzen, die Maschinen in Köln Bonn starten(!) aber munter die ganze Nacht und werden am Boden mit über teilweise fast 90DB gemessen! Das ist nur noch menschenverachtend. Die Daten sind nicht beziehbar und die grafische Aufbereitung wird alle 2 Monate rolierend gelöscht! Die sogenannte Bonusliste wurde seit Jahren nicht aktualisiert. Die Politik unternimmt nichts. Es muss kein Kugellager oder sonst ein Bauteil mitten in der Nacht mit diesem Lärm verschickt werden. Erstellt Lagerkapazitäten bei euren Kunden! Auch der Einzelhandel stirbt weiter aus, wenn man selbst die notwendige Ware in 24h einfach bestellen kann. Ich hoffe auf eine EU-Regelung!

  • Michael 09.07.2018, 23:37 Uhr

    Ich kann die ständige Meckerei der Anwohner der Düsseldorfer Einflugschneise nicht mehr hören und es stinkt zum Himmel!!! Lärmbelästigung durch startende Maschinen in der Nacht kann ich nachvollziehen. LANDENDE Passagiermaschinen der heutigen Generation verursachen keinen Lärm. Jedes Mofa welches zu nächtlicher Stunde an meinem Schlafzimmerfenster vorbeirauscht macht mehr Geräusche. Diese lärmentfindlichen Neurotiker sitzen nach 23 Uhr warscheinlich mit Zettel und Bleistift im Bett und lauschen was sich nach 23 Uhr am Himmel tut um für ihre Statistik einen Haken zu machen. Zieht in den Urwald! Aber da schreien nach Sonnenaufgang die Papageien!!!

    • Anke 10.07.2018, 09:16 Uhr

      Dann brauchen Sie doch auch nicht hinhören. Wenn ihre Gesundheit nicht betroffen ist, können Sie sich doch mal aus der Diskussion raushalten. Was haben Sie davon, wenn nachts Flugzeuge abheben? Es kann nunmal nicht sein, dass die Gesundheit der Anwohner aufgrund des Profits Einzelner keine Rolle mehr spielt.

  • Johanna 09.07.2018, 21:53 Uhr

    Seit wir vor etwa 16 Jahren an die Genze zu Kaarst gezogen sind, landen immer mehr Flieger nach 22 Uhr. War das anfangs noch die zählbare Ausnahme, ist mittlerweile um 23 Uhr vor lauter Lärm kaum noch ein Einzelflieger herauszuhören. Das stört schon ganz erheblich den Schlaf! Zudem sind die A380 deutlich lauter!

    • Michael 09.07.2018, 23:50 Uhr

      Warum sind Sie denn vor 16 Jahren dahin gezogen???? Das es Flugbewegungen gab wussten Sie! An der A44 war es vor 16 Jahren auch mal ruhiger.

    • Hans-Peter 10.07.2018, 09:12 Uhr

      Michael, weil vor 16 Jahren das ein oder andere Propellerflugzeug geflogen ist. Das war okey. Jetzt fliegen ungehindert duzende Düsenflugzeuge.

  • Harald 09.07.2018, 18:01 Uhr

    Da hilft nur ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ohne wenn und aber. Nicht nur in Düsseldorf, sondern z.B. auch in Köln. Einhaltung der Nachtruhe ist wichtig für die Anwohner, damit sie nicht krank werden. Hiervon sind weite und dichtbesiedelte Gebiete betroffen.

    • Michael 09.07.2018, 23:51 Uhr

      Da hilft nur "Alle Flughäfen schließen". Der Zeppelin soll wieder fliegen!

  • Wahrheitsucher 09.07.2018, 16:27 Uhr

    Nachtflugverbot von 23.00 - 06.00 Uhr generell und nicht nur für Fracht- und auch insbesondere für Passagierflugzeuge! Nur weil jeder heute meint durch die Welt in den Urlaub fliegen zu müssen und die Gier der Airlines und Flughafenbetreiber unermesslich ist wird die Gesundheit von Anwohnern geopfert. Wo ist den die DUH die sich so an dem Dieselfahrverbot fest beißt? Hier trauen sich die Pfeifen nicht ran. Da fehlt der Mumm. DUH finanziert durch die japanische Automobilindustrie, die prompt mit Hybrid- und E-Autos auf den Markt kommen. Was für eine Mafiastruktur.

  • Stefan 09.07.2018, 16:06 Uhr

    23 Uhr bei der Landung in Düsseldorf ist nicht wirklich eine Grenze. Und effektiv 6 Stunden Schlaf sind auf Dauer nicht ausreichend für Menschen. Aber es liegt natürlich auch ein bisschen an uns selbst. Wer selbst viel fliegt, muss sich nicht wundern. Aber "mal eben für ein Meeting" nach "irgendwo", da muss sich im gesamten Umweltbewusstsein der Menschen etwas ändern.

  • moeschtijall 09.07.2018, 15:23 Uhr

    Nachtflügen gehört ein generelles Nachtflugverbot. Aber hier steht ja der schnöde Mammon vor der menschlichen Gesundheit! Die Verantwortlichen müssten gezwungen werden mal für mindestens ein Jahr in solchen Flugzonen zu leben! Da würde es keiner teuren Forschungsergebnisse der Schlaflabore mehr bedürfen um festzustellen wie gesundheitschädlich die ständige Beschallung durch Flugzeuge ist. Ein Blick in die Statistik des Amts für Dokumentation und Statistik der Uni Mainz, über die Häufigkeit für Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen in betimmten Gebieten würde genügen ein sofortiges Flugverbot zu veranlassen. Die Aussage, daß man ja nicht in solche Gebiete hätte ziehen oder dort Eigentum hätte kaufen müssen ist mehr als zynisch! Sie ist schlichtweg menschenverachten! Die Wohnbebauung bestand zum größten Teil schon vor den Flughäfen!

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