Reisebetrug im Internet: So schützt man sich vor Fake-Angeboten

Reisebetrug im Internet: So schützt man sich vor Fake-Angeboten

Von Matthis Jungblut

  • Urlaubsziel: Familie aus Euskirchen fällt auf Betrug rein
  • Verbraucherschützer empfehlen: keine Vorkasse
  • Gezielt nach Negativ-Bewertungen suchen

Eigentlich wollte Familie Bungenberg aus Euskirchen jetzt in den Urlaub an die niederländische Küste fahren. Aber ihre kurzfristige Internetbuchung hat sich vor ein paar Tagen als Betrug herausgestellt.

Statt am Freitag (10.07.2020) in den Urlaub zu starten, sitzen sie fest. Noch schlimmer: Das Geld ist weg, und die Aussichten, es wiederzubekommen, gering.

Chancen auf Aufklärung sind gering

Familie Bungenberg im eigenen Garten

Familie Bungenberg im eigenen Garten

So wie Familie Bungenberg geht es vielen Verbrauchern. "In den letzten Jahren haben wir eine Steigerung an Fake-Reiseseiten feststellen können", sagt Oliver Butler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Da werden dann Reisen, Ferienhäuser oder Flüge angeboten, die es gar nicht gibt.

Diese Masche sei deshalb so erfolgreich, weil man im Reisebereich oft per Vorkasse zahle und das lange im Voraus. Erst viel später, wenn man die Reise antritt, bemerke man dann, so Butler, dass man auf einen Betrüger reingefallen ist.

Ist der Schaden einmal entstanden, wird es für viele Verbraucher schwer ihr Geld wieder zu bekommen. Das Problem: Die deutschen Polizeidienststellen sind nicht vernetzt und die Ermittlungen verlaufen oft im Sand, so die Kritik der Verbraucherzentrale.

"Ein bisschen Detektiv spielen"

Butler schlägt daher eine Art Koordinierungsstelle für Reisebetrug vor: "Hätten wir eine gesammelte Stelle, etwa bei den Landes- oder Bundesbehörden, dann hätten wir eine Vielzahl von Fällen, die man strafrechtlich verfolgen könnte."

Screenshot eines Hotelportals

Bewertungen können Hinweise geben

Butler empfiehlt daher, auf Vorkasse zu verzichten, wenn möglich. Außerdem solle man vor der Buchung gezielt nach negativen Bewertungen des Anbieters suchen. Da könne man schon einen Eindruck bekommen, ob das Ganze seriös ist oder nicht. Positive Bewertungen seien leicht zu fälschen, darauf solle man sich nicht verlassen, so Butler.

Um sicherzugehen, dass das Haus oder die Ferienwohnung wirklich existiert, solle man ein bisschen detektivisch tätig werden, rät Butler. "Einfach mal die Suchmaschine anwerfen und bei Google Earth schauen, ob das wirklich existiert."

Keine Vorauszahlung, Angebote vergleichen, Bewertung prüfen, Impressum lesen, Telefonieren

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Stand: 10.07.2020, 09:48

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