Eon will RWE-Tochter Innogy übernehmen

Eon will RWE-Tochter Innogy übernehmen

  • Eon will RWE-Tochter Innogy kaufen
  • 1,5 Milliarden Euro vereinbart
  • Deal ist noch nicht genehmigt

Die RWE-Tochter für erneuerbare Energien, Innogy, soll vom Energiekonzern Eon übernommen werden. Das teilten die Essener Konzerne in der Nacht zu Sonntag (11.03.2018) mit. Die Konkurrenten hätten eine grundsätzliche Einigung erzielt, hieß es weiter.

Demnach übernimmt Eon den gesamten RWE-Anteil an Innogy. Dafür soll neben einer Barzahlung von RWE an Eon in Höhe von 1,5 Milliarden Euro ein "weitreichender Tausch von Geschäftsaktivitäten und Beteiligungen" erfolgen, heißt es in der Mitteilung.

Aufteilung des Energiemarkts geplant

Grundsätzlich streben die Konzerne offenbar an, den Energiemarkt klar untereinander aufzuteilen. Eon bekäme das lukrative Netzgeschäft von Innogy, während die erneuerbaren Energien unter dem Dach von RWE vereint werden sollen. Innogy würde damit zerschlagen.

RWE hatte das eigene Geschäft mit erneuerbaren Energien, dem Vertrieb und dem Netz erst im Oktober 2016 unter dem Namen Innogy an die Börse gebracht. Seitdem hält RWE noch knapp 76,8 Prozent an Innogy. RWE behielt die konventionellen Großkraftwerke und den Strom-Großhandel. Durch den Deal mit Eon sollen die Erneuerbaren jetzt zu RWE zurückkehren.

Weniger Konkurrenz auf dem Strommarkt

Zudem soll RWE das bisherige Eon-Geschäft mit den Ökoenergien übernehmen. Eon würde im Gegenzug zu einem Unternehmen, das sich ganz auf die Energienetze und das Endkundengeschäft konzentriert, wie es in der Mitteilung heißt.

Die Stromnetze sind schon jetzt der verlässlichste Gewinnbringer von Eon, zuletzt steuerten sie rund 65 Prozent der Erträge bei. Der Vereinbarung zufolge soll RWE für den Verkauf von Innogy eine Beteiligung an Eon in Höhe von knapp 17,7 Prozent erhalten. RWE würde damit der größte Einzelaktionär von Eon.

Kartellamt muss zustimmen

Noch ist das Geschäft keine beschlossene Sache: Die Gremien der Unternehmen müssen noch zustimmen. Angesichts der marktbeherrschenden Stellung der beiden Konzerne wird auch das Bundeskartellamt den Deal genau unter die Lupe nehmen.

Stand: 11.03.2018, 08:46