Der Boom der Elektro-Autos

 Eine Hand hält am 02.08.2011 in Kassel einen Ladestecker für Elektroautos einer Carsharing-Station hoch

Der Boom der Elektro-Autos

Von Peter Hild

Elektro-Fahrzeuge sind gefragt wie nie. Die Zahl der Neuzulassungen hat sich in NRW im Jahr 2020 verdreifacht. Ein Grund ist die hohe Förderprämie des Bundes.

Im vergangenen Jahr wurden rund 40.000 Autos mit Elektroantrieb in NRW neu zugelassen. Deutschlandweit war jeder fünfte Neuwagen ein Elektrofahrzeug. Gerade zum Ende des Jahres zog der Verkauf noch einmal spürbar an. Über die Aussichten für 2021 berichtet am Dienstag der Verband der Automobilindustrie.

Ein Hauptgrund für den Verkaufsboom sehen viele in der "Innovationsprämie" des Bundes, mit der Käufer von reinen E-Autos bis zu 9.000 Euro erhalten können. Die Prämie kann noch bis Ende dieses Jahres beantragt werden.

Hohe Prämie gibt oft den letzten Anstoß

Bereits getan hat das Sascha Peltzer. Der selbständige Gastronom aus Düsseldorf will sich in den nächsten Wochen ein E-Auto als Zweitwagen zulegen, hat dafür bereits vier Fahrzeuge probegefahren: "Ich rechne da wirklich genau durch, gerade auch wegen des Wertverlustes und meiner Kilometerleistung im Jahr. Und da ist die Förderprämie für mich schon ein wichtiger Faktor."

Der Preisunterschied zwischen E-Autos und benzinbetriebenen Fahrzeugen werde so deutlich reduziert, sagt Peltzer. Den Gastronom überzeugt vor allem das Fahrerlebnis und die direkte Beschleunigung der E-Fahrzeuge. Außerdem habe er ein gutes Gewissen, wenn er ein E-Fahrzeug fahre, weil dann keine Abgase rausgeblasen würden.

Lade-Infrastruktur muss mitwachsen

Die deutlich gestiegene Nachfrage nach E-Autos spürt auch Renault-Händler Andreas Beivers in Dormagen. In seiner Ausstellungshalle steht das Modell Zoe, das bundesweit mit Abstand beliebteste E-Auto.

"Ich habe im vergangenen Jahr so viele Zoes verkauft, wie vorher von 2013 bis 2019 zusammen", berichtet Beivers. Der steigende E-Auto-Absatz hat ihm in Coronazeiten das Geschäft ein Stück weit gerettet.

Das Bild zeigt  ein E-Auto.

Ladeinfrastruktur muss mitwachsen

Auch er ist überzeugt, dass für viele potentielle Käufer die hohe Förderprämie neben dem Umweltgedanken den Ausschlag gebe. Beivers sieht noch großes Wachstumspotenzial für den E-Auto-Markt, allerdings müsse auf Dauer auch die Lade-Infrastruktur mitwachsen.

In NRW sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im vergangenen Jahr durchschnittlich 140 neue E-Ladepunkte pro Monat entstanden, landesweit gibt es demnach aktuell gut 9.100 Ladesäulen.

Gesetzeshilfen für E-Auto-Käufer

Gastronom Peltzer hat bei seiner Kaufentscheidung auch von einer Reform des Wohneigentumrechts profitiert, die zum 1. Dezember in Kraft getreten ist. Danach haben Wohnungseigentümer und Mieter künftig Anspruch darauf, dass in der Tiefgarage oder auf dem Grundstück des Hauses eine Ladesäule installiert wird.

Eine Ladesäule hat nun auch der Gastronom in seiner Gemeinschaftsgarage installiert, so dass er zu Hause wie an seinem Betrieb das Fahrzeug aufladen kann.

Stand: 26.01.2021, 06:00

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