Nicht jeder Döner ist ein "Döner"

Nicht jeder Döner ist ein "Döner"

Von Till Krause

  • Schwerpunktkontrolle des Bundesamtes für Verbraucherschutz
  • Jeder 3. Imbiss verkauft Döner mit zu hohem Hackfleisch-Anteil
  • Grund: sehr umkämpfter Markt und Kostendruck

Brot, Fleisch, Salat, und Tsatsiki - fertig ist eines der beliebtesten Gerichte in Deutschland - der Döner. Aber damit ein Döner "Döner" heißen darf, muss er bestimmte Vorgaben erfüllen. Und die werden oft nicht eingehalten. Das zeigt eine Schwerpunktkontrolle des Bundesamtes für Verbraucherschutz, die am Dienstag (26.11.2019) vorgestellt wird. Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Wann darf ein Döner "Döner" heißen?

"Döner" ist eine geschützte Bezeichnung. Ob eine Brottasche mit Fleisch, Saucen und Salat am Ende Döner heißen darf, hängt von der Zusammensetzung des Fleisches ab. Das ist in den Leitsätzen für Fleisch- und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuches genau geregelt: 

1. Es muss Schaffleisch oder Rindfleisch sein. Auch Huhn und Pute sind erlaubt, dann muss der Döner aber Hähnchen- oder Puten-Döner heißen.

2. Das Fleisch muss in dünnen Scheiben auf den Spieß gesteckt sein. Außerdem darf der Hackfleischanteil höchstens 60 Prozent betragen. Bei Döner mit Geflügelfleisch darf gar kein Hackfleisch eingesetzt werden.

3. Als weitere Zutaten dürfen nur Salz, Gewürze, Eier, Zwiebeln, Öl, Milch und Joghurt verwendet werden.

Was ist das Ergebnis der bundesweiten Kontrolle?

Viele Imbisse halten sich nicht an die Vorgaben. Sie verkaufen streng genommen also keinen Döner. Insgesamt sind 2018 rund 1.000 Imbisse und Restaurants kontrolliert worden, davon etwas mehr als 300 in NRW. Das Ergebnis: Bei rund einem Drittel der Kontrollen war die Bezeichnung irreführend.

Ein Mann isst Döner

Ein Grund dafür sei ein sehr umkämpfter Markt und Kostendruck, sagt Armin Valet, Lebensmittelchemiker bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Spieße würden von den meisten Imbissbetreibern beim Großhandel bestellt. "Dort steht dann oft vom Großhandel richtigerweise drauf, dass es sich nur um Drehspieße handelt mit Hackfleisch. Aber im Laden wird dann daraus ein Döner gemacht, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht eingehalten werden", erklärt Valet.

Ist die Regelung wichtig? 

Die Verbraucherzentrale hält die Regelung für sehr wichtig. Sie sorge für einen Mindeststandard beim Fleisch, sagt Armin Valet: "Wenn wir das nicht hätten, dann würde ein Qualitätsdumping eintreten. Es würde die Schraube immer weiter gedreht werden zu immer schlechterer Qualität, wir hätten Zusatzstoffe drin, wir hätten Geschmacksverstärker drin, billiges Separatorenfleisch. Das alles ist aber nicht erlaubt, wenn man Döner Kebab verlangt, oder wenn man das auf die Speisekarte schreibt."

Für die Kontrollen der Imbisse sind in NRW die Kommunen zuständig. Deshalb gibt es von Stadt zu Stadt Unterschiede, wie die Einhaltung der Regelung kontrolliert wird. In Duisburg gibt es beispielsweise einige Imbisse, die mittlerweile keinen Döner mehr anbieten. Auf der Karte steht jetzt Drehspieß oder Hackfleischdrehspieß.

Was darf "Döner" heißen?

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 26.11.2019 03:53 Min. Verfügbar bis 25.11.2020 WDR 5 Von Till Krause

Download

Stand: 26.11.2019, 21:18

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen