Ärger um Monsanto-Listen: Bayer bittet um Entschuldigung

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Ärger um Monsanto-Listen: Bayer bittet um Entschuldigung

  • Bayer-Tochter Monsanto soll illegal Daten erfasst haben
  • Mutterkonzern will bei Ermittlungen helfen und bittet um Entschuldigung
  • 200 Namen französischer Kritiker auf der Liste?

Die Bayer-Tochter Monsanto handelt dem Mutterkonzern wieder juristischen Ärger ein. Der amerikanische Saatgut- und Pestizidhersteller soll in Frankreich geheime Listen mit Namen von Kritikern des Unternehmens und seiner Produkte erstellt haben. Deswegen hat die Pariser Staatsanwaltschaft Vorermittlungen wegen der illegalen Erfassung privater Daten aufgenommen.

"Wir bitten um Entschuldigung"

Der Konzern reagierte am Sonntag (12.05.2019) mit einer schriftlichen Mitteilung - nach einer ersten Analyse könne man die Kritik verstehen: "Dies ist nicht die Art, wie Bayer den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde. Wir bitten daher um Entschuldigung." Man wolle nun eine externe Kanzlei mit der Untersuchung beauftragen.

Medien klagen gegen Monsanto

Auf der Liste sollen rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern stehen, darunter beispielsweise der von Ségolène Royal, Ex-Umweltministerin und Gegnerin des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Mit einer Klage haben die Zeitung "Le Monde" und einer ihrer Journalisten, dessen Name auf der Liste aufgeführt sein soll, die Vorermittlung in Gang gebracht. Der öffentlich-rechtliche Sender "France Télévisions" will jetzt nachziehen.

Eine externe Kanzlei soll das Projekt untersuchen

Roundup-Flaschen in einem Regalfach.

Roundup wurde der Verkaufsschlager von Monsanto

"Französische Medien haben Ende dieser Woche Vorwürfe erhoben, dass Listen mit Unterstützern und Kritikern, die 2016 im Auftrag von Monsanto erstellt wurden, gegen ethische Grundsätze, möglicherweise aber auch gegen gesetzliche Regelungen verstoßen haben könnten", hieß es in der Stellungnahme des Bayer-Konzerns. Auch wenn es derzeit keine Hinweise gebe, dass die Erstellung dieser Listen gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen habe, werde Bayer eine externe Anwaltskanzlei damit beauftragen, das von Monsanto verantwortete Projekt zu untersuchen. Die Kanzlei werde allen in den Listen aufgeführten Personen Auskunft geben, welche Informationen von ihnen gespeichert worden seien. Bayer werde die Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft vollumfänglich unterstützen.

Millionenschwere Prozesse wegen Glyphosat

Der Bayer-Konzern hatte Monsanto im Frühjahr 2018 gekauft. Seitdem reißt der Ärger nicht ab. In den USA sieht sich Bayer mit zahlreichen Prozessen konfrontiert: An Krebs leidende Menschen behaupten, ihre Krankheit gehe auf die Nutzung des von Monsanto hergestellten Glyphosats zurück.

Stand: 12.05.2019, 18:42

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