Brauereien in NRW müssen Bier wegschütten

Bierfässer in einer Abfüllanlage

Brauereien in NRW müssen Bier wegschütten

Von Andrea Groß

Die Kontaktbeschränkungen dauern seit Monaten an. Kneipenwirten und Brauhausbetreibern in NRW wird deswegen das Bier in den Fässern schlecht. Sie müssen es entsorgen lassen.

Das tut weh“, sagt Peter König, Chef der Düsseldorfer Hausbrauerei „Füchschen“. 2.000 bis 3.000 Liter Altbier wird er wegschütten müssen. Und das ausgerechnet im Angesicht der tollen Tage, an denen er normalerweise ein Vielfaches an die Jecken hätte ausschenken können.

Bier verschenken statt vernichten?

Das macht auch Uwe Suberg traurig. Gut 100.000 Liter Bier wird in normalen Jahren in seiner Hausbrauerei in Recklinghausen hergestellt und auch gleich im Brauhaus ausgeschenkt. Zurzeit lagern in den Tanks noch 9.000 Liter, die er wohl entsorgen muss.

Suberg hat überlegt, das Bier zu verschenken. Einige Brauereien haben das gemacht, als sie vergangenes Frühjahr auf ihren Fässern sitzen blieben, weil keine Großveranstaltungen mehr stattfinden durften. Suberg hat aber keine Möglichkeit, das Bier abzufüllen. Also muss das Bier in seinen Tanks entsorgt werden.

Auch große Unternehmen müssen entsorgen

Auch die Großen der Branche bleiben davon nicht verschont. Weil die Kontaktbeschränkungen zum Jahresende so plötzlich für die Kneipenwirte kamen, haben sie noch angebrochene Fässer im Keller, sagt Veltins-Sprecher Ulrich Biene. Bei denen läuft das Mindesthaltbarkeitsdatum ab, und dann muss das Bier entsorgt werden.

Bei den kleinen Hausbrauereien, die ihr Bier häufig noch von Hand brauen, ist die Situation noch schlimmer. Denn ihr Bier wird wegen des Brauprozesses schneller schal. Sie müssen die Entsorgungskosten für ihr Bier selber tragen, dürfen ihre Brauhäuser nicht öffnen und weder Speisen noch Bier verkaufen.

Appell an Regierung: ein bisschen Gas geben

Brauhausbetreiber Uwe Suberg schickt deshalb auch eindringliche Bitten in Richtung Berlin: Eine klare Ansage wünscht er sich, wann und wie es in der Gastronomie wieder los gehen kann. „Es ist sicherlich nicht einfach, all das ordentlich zu entscheiden als Regierung. Aber da müssen die ein bisschen Gas geben.“

Ähnlich sieht er das in Bezug auf die Hilfszahlungen für Gastronomen. Ende Oktober habe die Regierung schnelle Hilfen für November und Dezember angekündigt. 80 Prozent seiner Kollegen hätten aber noch nichts bekommen. „Eine Sauerei“, so Subergs Fazit.

Stand: 10.02.2021, 19:16

Aktuelle TV-Sendungen