Bayer: Monsanto führte europaweite Liste

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Bayer: Monsanto führte europaweite Liste

  • Kritiker-Listen in sieben EU-Ländern
  • Auch deutsche Firmengegner aufgeführt
  • Bayer bestätigt WDR-Recherchen

Monsanto bereitet dem Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern Bayer weiter Kopfschmerzen: Der US-amerikanische Saatgut- und Pestizidhersteller hat vor der Übernahme durch Bayer nicht nur in Frankreich und Deutschland umstrittene Listen mit Kritikern erstellen lassen.

Kritiker-Listen in sieben Ländern

Nach aktuellem Stand gehe man von Listen in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien aus, teilte Bayer am Dienstag (21.05.2019) in Leverkusen mit und bestätigte damit entsprechende WDR-Recherchen vom Montag (13.05.2019).

Diese hatten ergeben, dass Monsanto vor der Übernahme durch Bayer auch in Deutschland Listen mit Kritikern und Unterstützern erstellen ließ.

Die von Bayer beauftragte Anwaltskanzlei Sidley Austin soll nun untersuchen, ob es in weiteren Ländern derartige Listen gegeben hat. Wie viele Menschen auf den Listen stehen, werde noch geklärt. Betroffene sollten spätestens Ende kommender Woche informiert werden.

Bayer unter Druck: Glyphosatstrafen und geheime Kritiker-Listen

WDR 5 Profit - aktuell 14.05.2019 03:33 Min. Verfügbar bis 13.05.2020 WDR 5

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Private Daten illegal erfasst

Der Skandal um das "Stakeholder-Mapping"-Projekt der Bayer-Tochter Monsanto war Mitte Mai im Zuge von Vorermittlungen der französischen Behörden hochgekocht. Demnach soll Monsanto illegal private Daten erfasst haben. Rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern sollen auf den Listen von Monsanto stehen.

Bayer hatte sich für die "komplett unangemessene" Praxis in einem offenen Brief an den Bundestag bereits vergangene Woche entschuldigt.

Stand: 21.05.2019, 12:21

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