Arbeitsmarkt in Corona-Zeiten: Neue Jobs sind selten geworden

Eine Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit nimmt  eine Akte aus dem Archiv

Arbeitsmarkt in Corona-Zeiten: Neue Jobs sind selten geworden

  • Arbeitslosenzahl steigt im Vergleich zum Vorjahr
  • Knapp 180.000 in NRW in Kurzarbeit
  • Erholung hängt von vielen Faktoren ab

Corona setzt den Arbeitsmarkt weiter unter Druck. Im Januar ist die Arbeitslosigkeit leicht angestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Dezember um 0,4 Prozentpunkte auf nun 7,9 Prozent. Das entspricht dem saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Winter.

Allerdings sind im Vergleich zum Januar 2020 deutlich mehr Menschen ohne Erwerbsarbeit. Die Quote liegt um 1,1 Punkte über dem Vorjahr. Zudem gaben im Januar landesweit 15.463 Unternehmen Kurzarbeit für 182.289 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an.

Arbeitslos und ohne Perspektive

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 30.01.2021 03:39 Min. Verfügbar bis 30.01.2022 WDR 5 Von WDR


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Gemäßigter Anstieg trotz Lockdown

Das vergleichsweise hohe Niveau sei eine Auswirkung der Corona-Pandemie. Diese habe im Frühjahr 2020 zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt, sagt Torsten Withake von der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit.

Der zweite Lockdown im Winter habe sich auf den Arbeitsmarkt zwar nicht so stark ausgewirkt. Zu beobachten sei aber ein Rückgang der freien Stellen und eine sinkende Zahl von Menschen, die einen neuen Arbeitsplatz finden konnten, sagt Withake.

Arbeitsmarkt spaltet sich weiter

"Was wir jetzt sehen ist, dass die Ränder des Arbeitsmarktes, also da, wo ohnehin prekär Beschäftige tätig waren, bröckeln," sagt Prof. Ute Klammer im Gespräch mit dem WDR. Sie ist Direktorin des Instituts für Arbeit und Qualifikation an der Uni Duisburg. Durch Corona, entwickele sich der ohnehin gespaltene Arbeitsmarkt noch weiter auseinander, so Klammer.

"Wir haben einen deutlichen Rückgang bei geringfügiger Beschäftigung, wir haben einen deutlichen Rückgang bei den Solo-Selbstständigen. Die sind also besonders getroffen von der Corona-Pandemie, während die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten noch relativ gut durch die Krise gekommen sind - in vielen Branchen durch das Instrument der Kurzarbeit."

Perspektive ist ungewiss

Ob es im Frühjahr eine Erholung geben wird ist für Ute Klammer noch unklar. Das hänge zum Beispiel auch von den Corona-Entwicklungen im Ausland ab, weil die deutsche Wirtschaft stark exportorientiert sei.

Zudem befürchtet sie, dass es nach dem Auslaufen der Kurzarbeiter-Regelung doch noch zu mehr Insolvenzen und Entlassungen kommen könnte. Derzeit können Unternehmen bis Ende 2021 die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes in Anspruch nehmen.

Stand: 29.01.2021, 10:00

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