Milder Winter in NRW: Landwirte besorgt - Städte sparen

Milder Winter in NRW: Landwirte besorgt - Städte sparen

Von Sebastian Auer

  • Meteorologischer Frühlingsanfang am Sonntag (01.03.2020)
  • Städte hatten im Winter kaum Arbeit mit Räum- und Streudiensten
  • Landwirte beklagen milden Winter und fürchten späten Frost

Weiße Winterlandschaften mit tief verschneiten Wäldern und Wegen - dieses Bild hat es in NRW in diesem Winter kaum gegeben. Zum meteorologische Frühlingsanfang am Sonntag (01.03.2020) zeigen die Daten der WDR-Wetterredaktion: Die vergangenen Monate waren zu mild. Der Dezember war im Schnitt 2,3 Grad zu warm, der Januar sogar 3,4 Grad. Ähnlich der Februar.

Milder Winter erspart Städten viele Kosten

"Wir mussten kein einziges Mal im großen Stil Wege, Schulhöfe und öffentliche Plätze räumen und streuen. Das bringt uns eine Ersparnis im fünfstelligen Bereich", sagt Volker Wiebels, Sprecher der Stadt Mülheim.

Kein Einzelfall: In Köln beispielsweise gab es keinen Frosttag. Die Tageshöchstwerte lagen also immer über null. Und auch in Winterberg waren es bloß vier Frosttage.

Streuwagen vor dem Einsatz

Viel zu tun hatte der Streudienst in diesem Winter oft nicht.

Deswegen gab es auch bei Straßen NRW in Sachen Winterdienst weniger zu tun. Stattdessen hätten sich die Mitarbeiter mehr um Grünschnitt am Rand der Autobahnen kümmern können, sagte eine Sprecherin dem WDR.

Des einen Freud ist des anderen Leid

Im Sauerland ist man mit der Wintersaison nicht sonderlich zufrieden: "Wir haben gelitten. Mit Kunstschnee konnten wir zwar immer einige Pisten geöffnet halten. Vor allem Tagesgäste hat das aber abgeschreckt", sagt Rouven Soyka von der Sauerland-Touristik.

Stürme und Temperaturen treffen Bauern

Und auch Bauern ärgern sich über den milden Winter. Noch sei zwar nichts über große Schäden bekannt, teilt der Rheinische Landwirtschaftsverband mit. Doch ein milder Winter könne zu mehr Schädlingen führen. Außerdem bräuchten viele Pflanzen Dauerfrost, damit sie im Frühjahr vernünftig wachsen.

Bauer Jörg Umberg aus Bottrop

Bauer Jörg Umberg aus Bottrop hätte sich über einen kälteren Winter gefreut.

Vor allem die Stürme haben den Landwirten immer wieder zu schaffen gemacht: "Erdbeeren, Spargel: Das bauen wir alles unter Folien an. Weil es immer wieder Sturm gab, sind uns die Folien aber oft kaputtgegangen oder wir mussten sie vorzeitig abbauen", sagt Landwirt Jörg Umberg aus Bottrop.

Allein im Februar gab es an drei Wochenenden Sturm. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden auf dem Kahlen Asten gemessen: 137 km/h.

Während der meteorologische Winter jetzt endet, geht der kalendarische noch bis Ende März. Zumindest die Winterdienste bleiben deswegen auch in Bereitschaft - noch sei der Winter nicht vorbei, heißt es bei den Kommunen.

Stand: 29.02.2020, 07:38

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