Wilke-Wurst: Weitere Fälle werden überprüft

Firmenlogo des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren

Wilke-Wurst: Weitere Fälle werden überprüft

  • Weitere 37 Krankheits- und Todesfälle werden überprüft
  • Staatsanwaltschaft erhielt anonymisierte Liste vom RKI
  • Von 37 Infizierten sind 25 mittlerweile verstorben

Im Fall der keimverseuchten Wilke-Wurst prüft die Staatsanwaltschaft Kassel die Todes- und Krankheitsfälle. "Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen der Infektion und dem Ableben besteht und welche Krankheitssymptome die Infizierten durch die Listeriose erlitten haben, wird nunmehr ermittelt", sagte Justizsprecher Andreas Thöne am Mittwoch (06.11.2019).

Laut Thöne wurde von der Rechtsabteilung des Robert-Koch-Instituts in Berlin eine anonymisierte Liste mit den bislang bekannt gewordenen Erkrankungsfällen übermittelt.

Bisher nur drei Todesfälle bestätigt - weitere aber möglich

Darauf verzeichnet seien Krankheitsfälle mit dem Keimstamm "Sigma 1", die in direktem Zusammenhang mit Produkten der Firma Wilke gebracht würden. Von den 37 Infizierten mit einem Durchschnittsalter von 74 Jahren seien mittlerweile 25 verstorben.

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Das RKI habe aber nur bei den drei bereits bekannten Sterbefällen einen Zusammenhang zwischen "Sigma 1" und dem Tod bejaht. Dem gehen die Ermittler nun nach. "Ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht, steht aus staatsanwaltschaftlicher Sicht bislang nicht fest und bedarf der Aufklärung", sagte Thöne. Denn alle Verstorbenen hätten teilweise beträchtliche weitere Erkrankungen gehabt, "die durchaus allein todesursächlich gewesen seien können".

Anfang Oktober hatten die Behörden den nordhessischen Fleischhersteller geschlossen. Gegen den Geschäftsführer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Stand: 06.11.2019, 11:10

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Ubertino da Casale 06.11.2019, 22:17 Uhr

    Klar ist jetzt das Geschrei groß. Aber warum gibt es solche Unternehmen, die lebensgefährlich verseuchten Müll auf den Markt bringen können, und Wilke ist doch nur die Spitze eines Eisberges. Und das Problem wird auch nicht mit mehr Kontrollen gelöst werden können, denn so lange die Verbraucher ausschließlich nach dem Preis, also billig Wurst- und Fleisch einkaufen, und die Qualität egal ist, wird es Fälle wie Wilke immer wieder geben!!

  • 3 Didi 06.11.2019, 21:32 Uhr

    *Von 37 Infizierten sind 25 mittlerweile verstorben Das ist doch fahrlässige Tötung, wenn troztz schwerwiegender Hygienemängel die Bude einfach nicht geschlossen wurde. Es ist doch kein Geheimnis, dass der wirtschatliche Aspekt bei den Behörden überwiegt. Was ja wiederum für mehr Arbeitslose sorgen könnte

  • 2 Achim 06.11.2019, 17:01 Uhr

    Das is ja mal wieder typisch in Deutschland. Grossunternehmen wird die Kohle in den Arsch geschoben, aber nicht genügend kontrolliert. Kleinunternehmern (Döner-Laden oder Frittenbude) werden regelmäßig kontrolliert und härter angefasst. Tja jetzt wird vielleicht mal wieder ein Geschäftsführer angeklagt, aber die haben ja alle ihre Schäfchen im Trockenen, sprich Millionen verdient. Und ein paar Jahre Jahre Knast, wenn nicht sogar auf Bewährung, ist denen egal. Übermorgen sitzen die in einem anderen Großkonzern und bescheißen die Leute auf eine andere Art und Weise. Aber solange es ja genug Erwebssteuer gibt, können die machen was sie wollen. Sie können gegen den Klimaschutz verstossen, sie können gegen Unweltauflagen verstossen oder sogar Menschenleben in Gefahr bringen. Das kotzt mich nur noch an.

    Antworten (1)
    • Hans 06.11.2019, 23:51 Uhr

      Gerade die "Hackfleischzubereitung nach Döner-Art"-Spieße scheinen doch auch beliebte Entsorgungswege für Abfall zu sein, wenn man manchmal die Nachrichten liest. Wer sich die einschlägigen Dokus des NDR auf YouTube zum Thema Fleisch-/Wurstwaren ansieht, wird von keinem Skandal mehr überrascht.

  • 1 Herbert 06.11.2019, 14:35 Uhr

    Jede Frittenbude in Deutschland wird besser kontrolliert als solch ein Riesenladen! Wo waren sie denn, die Lebensmittelkontrolleure? Aha, kein Personal! Mal wieder an der falschen Stelle kaputtgespart. Kein Geld für lebensmittelverarbeitende Berufe, keine Auszubildenden, keine Qualität. Es fehlen Köche, Metzger, Ernährungsexperten in der BRD. Es fehlen Lebensmittelkontrolleure. Weiter so.

    Antworten (1)
    • Kolja Opitz 06.11.2019, 15:34 Uhr

      Herbert, stimmt alles! Man kann die Defizite klar und einfach benennen, oder wie die Damen und Herren Politiker heiße Luft verquirlen. Themen wie Verbraucherschutz, Nahrungsmittelsicherheit, Agrarwirtschaftschaft sind unterbelichtet. Andererseits will "in der BRD" wohl auch niemand wissen, was tagtäglich an Scheisse über Laden- und Kantinentheken geht. Sonst wäre der Verbraucher-Geiz längst nicht mehr so ausgeprägt! Die Problematik hat also mehr als eine Ursache namens kaputtsparen.

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