WhatsApp: Was ändern die neuen Nutzungsbedingungen am Datenschutz?

Angeklickt: Countdown für neue WhatsApp-AGBs – Was heißt das für mich?

Aktuelle Stunde 14.05.2021 04:02 Min. Verfügbar bis 14.05.2022 WDR Von Jörg Schieb


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WhatsApp: Was ändern die neuen Nutzungsbedingungen am Datenschutz?

Der beliebte Messenger WhatsApp ändert seine Nutzungsbedingungen. Wer diesen nicht zustimmt, sollte die App eigentlich ab morgen nur noch eingeschränkt nutzen können. Doch vorerst bleibt alles wohl noch beim Alten.

WhatsApp-Nutzer haben viel zu lesen. Nicht nur die Nachrichten, die über den Messenger-Dienst geschickt werden, sondern auch Mitteilungen des Dienstes selber zu neuen Nutzungsbedingungen, Aufforderungen zur Zustimmung - und nun auch Hinweise, dass sich erst einmal gar nichts ändert. Wer den Überblick verloren hat, den bringen wir hier auf den aktuellen Stand:

Was genau ändert sich am 15. Mai bei WhatsApp?

WhatsApp ändert zum 15. Mai seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie. Eigentlich sollten die Änderungen schon im Februar in Kraft treten, wurden aber aufgrund massiven Protestes vieler Nutzerinnen und Nutzer in den Mai verschoben.

Dabei hat WhatsApp stets betont, dass sich mit den neuen Bedingungen für Privatnutzer eigentlich gar nicht viel ändert. Denn die Änderungen betreffen vor allem Unternehmen. Private Nutzer müssen laut WhatsApp aber dennoch zustimmen, da sie über den Dienst künftig auch Unternehmen kontaktieren können.

Da diese neuen Nutzungsbedingungen aber Hinweise über einen Datenaustausch mit der WhatsApp-Konzernmutter Facebook enthalten, wehren sich viele Nutzerinnen und Nutzer gegen die neuen Regeln - etwa durch einen Wechsel des Messengers.

Allerdings sollen die neuen Regelungen für Nutzerinnen und Nutzer in der EU wegen der hiesigen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vorerst gar nicht gelten. Zustimmen sollten sie laut WhatsApp aber dennoch.

Was passiert, wenn ich den Änderungen nicht zustimme?

Ein Screenshot einer Benachrichtigung: "WhatsApp aktualisiert seine Nutzungsbedingungen und seine Datenschutzrichtlinien"

Nutzer sollen neuen Bedingungen bis 15. Mai zustimmen

Erst einmal nicht viel. Zuerst hieß es noch, dass Nutzerinnen und Nutzer, die nicht zustimmen, die App gar nicht mehr werden nutzen können. Danach sprach der Konzern von einer Übergangsphase, in der die App zwar noch genutzt werden könnte, allerdings nur stark eingeschränkt.

Jetzt heißt es, dass alle Nutzerinnen und Nutzer, die den neuen Bedingungen nicht zustimmen, WhatsApp erst einmal weiterhin vollumfänglich werden nutzen können. "Wir werden am 15. Mai weder Konten löschen, noch wird jemand die Funktionalität von WhatsApp verlieren. Wir werden aber in den nächsten Wochen weitere Erinnerungen an die Nutzer senden", hieß es. Auch hier hat der Protest der User also offenbar Wirkung gezeigt.

Was genau in Zukunft mit den Konten passiert, deren Nutzer die Zustimmung zu den neuen Bedingungen hartnäckig verweigern, sagt WhatsApp nicht. Ursprünglich hatte der Konzern geplant, die Funktionalität solcher Konten nach und nach einzuschränken: Zum Beispiel sollten nach einer bestimmten Frist zuerst Chats nicht mehr möglich sein, Telefonate und Sprachnachrichten aber noch funktionieren. Solche möglichen Sanktionen hat WhatsApp mittlerweile aber aus seinen FAQs wieder gelöscht.

Wie geht's bei WhatsApp weiter?

Das ist schwer zu sagen. WhatsApp hat nicht mitgeteilt, wie lange die Nutzerinnen und Nutzer, die nicht zustimmen, den Dienst weiterhin nutzen können. Da der Konzern aber weiterhin an seinen neuen Nutzungsbedingungen festhält, wird dieser neue - bisher nicht neu definierte - Kulanzzeitraum irgendwann enden.

Ob dann Konten erst wieder nur eingeschränkt oder direkt deaktiviert werden, kann heute niemand sagen. Deshalb sollten sich alle Nutzerinnern und Nutzer, die den neuen Bedingungen nicht zustimmen wollen, weiterhin über Alternativen Gedanken machen.

Welche Alternativen gibt es zu WhatsApp?

Das Gute ist: Neben WhatsApp gibt es noch viele andere Messenger auf dem Markt, die genauso oder ähnlich funktionieren. Und das Beste daran ist: Man kann auf seinem Smartphone auch einfach mehrere Messenger parallel installieren und ausprobieren. Viele Alternativ-Messenger (wie etwa Signal oder Telegram) sind kostenlos, andere (wie etwa Threema) kosten ein paar Euro - wohlgemerkt: einmalig, nicht monatlich.

Und wenn sich der Freundes- und Bekanntenkreis nicht auf eine bestimmte WhatsApp-Alternative einigen kann, kann man auch einfach mehrere Messenger parallel nutzen.

Ansturm auf Whatsapp-Alternativen

WDR 5 Töne, Texte, Bilder - Beiträge 16.01.2021 04:48 Min. Verfügbar bis 16.01.2022 WDR 5 Von Christoph Sterz


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Stand: 14.05.2021, 20:42

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