Abschied von WhatsApp? Ein Pro und Contra

Die App-Icons von WhatsApp, Signal, Threema und Telegram.

Abschied von WhatsApp? Ein Pro und Contra

WhatsApp will seine Datenschutzregeln ändern - und gilt ohnehin als Datenkrake. Welche Gründe sprechen für, welche gegen einen Umstieg auf Telegram, Signal oder Threema?

WhatsApp verschiebt die angekündigte Einführung neuer Datenschutzregeln um gut drei Monate auf den 15. Mai. Bis dahin sollen Nutzer den neuen Regeln zustimmen. Viele Menschen wechseln trotzdem jetzt schon zu Konkurrenten wie Telegram, Signal und Threema. Welche Gründe für und gegen den Umstieg sprechen:

Pro Umstieg:

1. WhatsApp teilt Daten mit Facebook

Mit den neuen Regeln darf WhatsApp seine Daten mit Facebook teilen und an Werbekunden weitergeben - außerhalb der EU. In der EU ist das zwar nicht erlaubt. Das Unternehmen sagt aber auch, dass Facebook und WhatsApp Informationen miteinander teilen, um Whatsapp "kontinuierlich zu verbessern". Miriam Ruhenstroth vom Infoportal mobilsicher.de findet das problematisch, weil Facebook eine der größten Werbeplattformen weltweit ist: "Als Facebook WhatsApp gekauft hat, hieß es, wir werden niemals Daten von WhatsApp Nutzern an Facebook geben. Und einige Jahre später hat Facebook eben dieses Versprechen gebrochen."

2. WhatsApp hat Zugang zu einer Menge Daten

"WhatsApp kann bei jeder Benutzung theoretisch erfassen, wie viel Sie sich mit wem austauschen und wie viele Daten Sie hin- und herschicken", erklärt Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale NRW. Aus den Metadaten könnten Nutzerprofile erstellt werden.

3. Man kann Threema, Signal und Co auch parallel nutzen

Wenn man mit ein paar Leuten weiterhin über WhatsApp schreibt und nur mit dem Partner über einen anderen Messenger kommuniziert, kann WhatsApp zumindest nicht mehr auf alle Daten zugreifen. Und der Umzug einzelner Kontakte zu einem anderen Messenger kann auch praktisch sein: Dann weiß man etwa bei einer Signal-Nachricht automatisch, dass sie vom Partner ist, und beim Telegram-Symbol, dass WDR Aktuell geschrieben hat.

4. WhatsApp ist ein Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen

WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern mit tausenden Mitarbeitern und zwei Milliarden Nutzern. Konkurrent Signal dagegen gehört einer Stiftung, so Miriam Ruhenstroth von mobilsicher.de. Darum werde Signal wohl auf lange Sicht unabhängig bleiben. "Signal ist auf jeden Fall die absolute Empfehlung. Kostenfrei, extrem datensparsam, OpenSource."

Ansturm auf Whatsapp-Alternativen

WDR 5 Töne, Texte, Bilder - Beiträge 16.01.2021 04:48 Min. Verfügbar bis 16.01.2022 WDR 5 Von Christoph Sterz


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Contra Umstieg:

1. WhatsApp verschlüsselt Nachrichten

Wer eine WhatsApp bekommt, kann relativ sicher sein, dass sonst niemand mitliest: WhatsApp-Nachrichten sind so verschlüsselt, dass sie nur Sender und Empfänger lesen können. Das ist bei Signal und Threema auch so, bei Telegram aber nicht der Standard.

2. WhatsApp ist bequem - und verbreitet

Alle Kontakte in einem einzigen Messenger - das ist bequem. Außerdem ist WhatsApp immer noch am beliebtesten: Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamts haben Mitte Januar 2021 94 Prozent der Deutschen WhatsApp genutzt. Telegram (12 Prozent), Threema (3 Prozent) und Signal (2 Prozent) lagen weit dahinter.

Stand: 02.02.2021, 06:00

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