Sturmtief "Eugen" hat NRW durchgerüttelt

Grafik zur amtlichen Unwetterwarnung vor Sturmböen in NRW

Sturmtief "Eugen" hat NRW durchgerüttelt

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern sowie Schauern und Gewittern ist Sturmtief "Eugen" über NRW gezogen. Es kam zu Unfällen und Bahnsperrungen.

Sturmtief "Eugen" hat am Dienstag Nordrhein-Westfalen kräftig durchgeschüttelt. Zahlreiche Bäume wurden umgeweht und behinderten den Straßen- und Bahnverkehr. Dachziegel fielen herab. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Im Flachland hätten die Böen am frühen Nachmittag 100 km/h erreicht, bilanziert WDR-Wetterexperte Jürgen Vogt. Bereits am frühen Morgen wurden am Niederrhein Windgeschwindigkeiten von mehr als 90 km/h gemessen. Die mit rund 100 Stundenkilometern stärkste Windböe registrierte der Deutsche Wetterdienst bis zum Nachmittag in Aachen. Dies entspricht Windstärke 10.

Sturm "Eugen" reißt Zelte des Corona-Drive-In-Testzentrums in Bad Oeynhausen um

Corona-Drive-In-Testzentrum in Bad Oeynhausen umgeweht

Im Oberbergischen Kreis stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto und verletzte den 23-jährigen Fahrer. Am Werre Park in Bad Oeynhausen hatten die Sturmböen die Zelte des Corona-Drive-In Testzentrum sprichwörtlich aus den Ankern gerissen. Während die Polizei die angrenzenden Straßen sperrte, sicherte die Feuerwehr die Zelte mit Gurten.

Am Mittag wurden dann in Ostwestfalen mehrere Schnelltestzentren geschlossen. Betroffen sind die Zentren auf Kanzlers Weide in Minden, auf dem Blasheimer Markt in Lübbecke, am Alten Güterbahnhof in Herford und auf dem Festplatz in Löhne. In Recklinghausen blieb das Impfzentrum aus Sicherheitsgründen bereits den ganzen Tag zu, weil auch dieses in einem Zelt untergebracht ist.

Wetterexperte warnt vor Seitenwinden und Aquaplaning

Nachdem auf der A44 ein Sattelauflieger von einer Sturmböe umgeweht worden war, wurde der betreffende Abschnitt am Nachmittag in beiden Richtungen voll gesperrt. "Seitenwinde und Aquaplaning können tödlich sein", so Vogt. Autofahrer sollten daher am Dienstag besonders vorsichtig unterwegs sein. Zumal Pollen, heruntergewehte Blüten und Blätter die Straßen zusätzlich schmierig machten.

Störungen im Bahnverkehr

Vom Sturm umgewehte Bäume sowie Gegenstände in der Oberleitung oder auf den Gleisen behinderten den regionalen Zugverkehr. Auf mehreren Strecken kam es wegen zeitweiliger Sperrungen zu Verspätungen und Zugausfällen. Das von Eisenbahnverkehrsunternehmen gemeinsam betriebene Portal zuginfo.nrw verzeichnete am späten Nachmittag ein gutes Dutzend betroffene S-Bahn-, RB- und RE-Linien in allen Landesteilen. Meistens waren Bäume auf die Gleise gestürzt.

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Auch die Strecke zwischen Essen-Altenessen und Gelsenkirchen war gesperrt, die Linien RE 2 und RE 42 wurden umgeleitet und hielten nicht in Recklinghausen und Wanne-Eickel.

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Wand in Rohbau in Herzogenrath umgestürzt

Sturmeinsatz der Feuerwehr in Merksteiner Neubaugebiet: Umgestürzte Giebelwand an einem Rohbau

Neubau - vom Winde verweht

In Xanten traf ein Baum eine Stromleitung. Am frühen Morgen musste die Feuerwehr Herzogenrath zu einem Sturmeinsatz ins Neubaugebiet an der Herrenstraße/Römerstraße nach Merkstein ausrücken. An einem im Rohbau befindlichen Haus war, höchstwahrscheinlich aufgrund der starken Sturmböen, eine Giebelwand umgestürzt. Da noch weitere Bauteile herabzustürzen drohten, wurde der Bereich großräumig abgesperrt.

Auch in Düsseldorf rückte die Feuerwehr mehr als 20 Mal wegen umgekippter Äste, loser Dachverkleidungen oder herabfallender Fassadenteile aus. An einer Baustelle fielen mehrere von einem Kran herabbaumelnde Bauplatten aus 30 Metern Höhe hinab, richteten allerdings keinen Schaden an, wie die Feuerwehr berichtete.

halb umgestürztes Trampolin in einem Garten

Dieses Trampolin in Essen konnte durch den Wind selbst hüpfen

Der Sturm sorgte auch im Kreis Minden-Lübbecke für zahlreiche Einsätze. In Minden stürzte ein Baum auf ein geparktes Auto. Die Polizei rückte auch wegen umherwirbelnder Gegenstände aus - darunter ein mobiles Klo und ein Trampolin.

Auch am Mittwoch bleibt es windig

Für den Abend rechneten die Meteorologen mit allmählich abnehmendem Wind. Am Mittwoch soll es windig bleiben, aber weniger als am Dienstag. Am Donnerstag soll die "Windlage" beendet sein. Die kühle Witterung soll noch bis Freitag anhalten. Am Samstag hält der DWD dann bis zu 20 Grad, am Sonntag sogar bis zu 25 Grad für möglich.

Stand: 04.05.2021, 17:43

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