Saharastaub: Spektakuläre Sonnenuntergänge in NRW

Stand: 17.03.2022, 19:48 Uhr

Feiner Staub aus der fernen Sahara sorgt für ungewöhnliche Farbenspiele: Er geht als gelber Regen über NRW nieder - und zaubert spektakuläre Sonnenuntergänge an den Himmel.

Ein gelb-rötlicher Himmel, faszinierende Lichteffekte - aber auch viel Dreck auf Autos und Fensterscheiben: In NRW machte sich am Donnerstag der Staub aus der Sahara bemerkbar. Mit dem Regen am Vormittag legte sich vielerorts ein gelber Dreckfilm über Autos, Straßen und Solaranlagen. Das Phänomen tritt mehrmals im Jahr auf, ist derzeit aber besonders stark ausgeprägt.

Saharastaub sorgt für spektakuläre Sonnenuntergänge in NRW mit schönen Wolkenformationen

Tolle Sonnenuntergänge, aber auch viel Schmutz durch den Saharastaub

Der Staub hatte schon am Mittwoch in weiten Teilen Deutschlands den Himmel eingetrübt. Das Phänomen kann bei guten Bedingungen zu prächtigen Sonnenaufgängen und -untergängen führen - und tatsächlich: Wer am Abend eine Kamera beziehungsweise das Handy zur Hand hatte, konnte eine echte Augenweide für die Ewigkeit festhalten.

Haarbrück: Sahara-Sand in der Luft lässt den Sonnenuntergang besonders rot aussehen

Disko-Lila in Haarbrück

Alpakas bestaunen Saharastaub-Sonnenuntergang in Hückeswagen

Alpakas bestaunen Saharastaub-Sonnenuntergang in Hückeswagen

Das Phänomen war in ganz NRW zu sehen. In Hückeswagen staunte zum Beispiel eine Alpaka-Heerde nicht schlecht.

Spanier nennen den Dunst "Calima"

Sonnenuntergang am Grugapark in Essen: Sahara-Sand in der Luft lässt Sonne besonders rot aussehen

Sonnenuntergang am Grugapark in Essen

Bereits am Montag hatten die Luftmassen aus Nordafrika Spanien erreicht. Dort wird das Wetterphänomen als "Calima" ("Dunst") bezeichnet. Am Donnerstag erreichte das Phänomen dann in NRW seinen Höhepunkt - mit spektakulären Eindrücken am Abend.

Keine Seltenheit

Saharastaub besteht aus winzig kleinen Partikeln, im Durchschnitt nur fünf bis zehn Mikrometer groß. Sie sind so leicht, dass sie sich mit der Luft mischen und sogenannte Aerosole bilden. Auf diese Weise können sie bis zu einer Höhe von fünf Kilometern in die Atmosphäre aufsteigen. Falls es windstill ist, können sie dort bis zu einem halben Jahr schweben.

Wenn Saharastaub nach Europa hinüberweht

Fantastische Fotos dank Wüstenstaub: Was der Wind aus der Sahara über Tausende von Kilometern herüberwehte, bescherte uns eine ganz besondere Augenweide. Hier ein paar Impressionen.

Die Windräder schrumpfen vor dieser Riesensonne auf Zwergengröße. Festgehalten von Tanja Janke.

Den Dortmundern zeigte sich eine wunderbare Wolkenformation - fotografiert von Irena Pytlik.

Wuppertal im Zauberlicht - der Saharastaub macht's möglich. Ein Foto von Andrea Steinsträter.

In Hückeswagen beobachten Alpakas das besondere Licht - Birgit Backhaus hat sie fotografiert.

Wenige Minuten später sah die Sonne dann so aus - mit einem blutroten Himmel, Foto ebenfalls von Tanja Janke.

Pinker Himmel in Bonn - gesehen von Marion Schneider.

Da macht die Heimfahrt Spaß - Foto von Holger Piel aus Gütersloh.

Schäfchen-Wolken vor Sahara-Staub: Diese Augenweide hat Anja Schmidt aus Hattingen fotografiert.

Günter Grafeld hat das feine Gespinst der Äste vor dem strahlend-gelben Hintergrund gesehen.

Der Staub am Himmel sorgt am Abend für dramatische Farbeffekte, wie hier in Haarbrück. Udo Rosenstock hat das satte Disko-Lila fotografiert, kurz ehe die Glitzersterne aufgingen

An der Ems in Saerbeck sah es am Donnerstagabend so aus - fotografiert von Sven Adam.

Scheinbar flirrende Luft in Euskirchen, Foto von Janine Camacho-Kemmerling.

Auch in Netphen - einfach beeindrucken. Axel Kreutz hat das Spektakel festgehalten.

Ein weiteres spektakuläres Wolkenbild - von WDR aktuell Facebook-User San Dro.

So sah es am Abend in Alsdorf aus, fotografiert von WDR aktuell Facebook-Userin Di Ha.

Am Donnerstagmittag legte sich der Staub nieder - auch auf viele Autos in ganz Deutschland, wie hier in Thüringen.

Seit Tagen hat der Staub Fotografen in ganz Europa fasziniert. Hier die Sicht auf die spanische Stadt Madrid.

Selbst der Blick auf die Vier Türme in Madrid erscheint durch den Saharastaub milchig.

Ein mit einer roten Sandschicht überzogenes Auto parkt am Straßenrand in Madrid.

Ein reizvoller Kontrast: Saharastaub über den Allgäuer Alpen.

Der Staub aus der Sahara färbt den Himmel über dem Säuling, einem Berg an der deutsch-österreichischen Grenze, in rötliche Farbtöne.

Wenn allerdings Wind aufkommt, trägt er den Staub in weit entfernte Länder. Im Schnitt zieht Wüstenstaub etwa fünf bis 15 Mal pro Jahr aus der Sahara über Marokko und Frankreich nach Deutschland - vor allem im Frühjahr und Sommer.

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