Unwetter über NRW: Feuerwehren im Dauereinsatz

Stand: 01.07.2022, 12:18 Uhr

Eine Gewitterfront hat am Donnerstagabend in Nordrhein-Westfalen ihre Spuren hinterlassen. In mehreren Städten waren die Feuerwehren wegen umgekippter Bäume, vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen im Dauereinsatz. Bei der Deutschen Bahn kam es zu Zugausfällen und Streckensperrungen.

Das Zentrum des Unwetters lag über dem Niederrhein. So waren besonders die Städte Mönchengladbach, Duisburg und Krefeld, sowie der Kreis Viersen und der Rhein-Kreis-Neuss betroffen.

Im Duisburger Stadtteil Baerl fielen laut Feuerwehr zeitweise die Telefone aus. Bis 22 Uhr seien der Feuerwehr mehr als 600 Einsätze mit Bezug zum Unwetter gemeldet worden. Es gab eine Vielzahl umgestürzter Bäume sowie Überschwemmungen von Straßen und Kellern. Auf der Ruhr rettete die Feuerwehr Personen, die mit einem Boot gekentert waren.

Fotos: Schwere Gewitter über NRW

Seit dem frühen Donnerstagabend ziehen schwere Gewitter von Süden über NRW. Straßen sind überflutet und Bäume umgestürzt.

Eine Gewitterfront verdunkelt den Horizont von Krefeld

Eine Gewitterfront verdunkelt den Horizont von Krefeld.

Eine Gewitterfront verdunkelt den Horizont von Krefeld.

Tiefgraue Wolken sind aufgezogen.

Wasser in den Straßen von Krefeld.

Autos fahren durch eine überflutete Straße.

Ein abgebrochener Ast blockiert einen Weg in Krefeld.

Teilweise sind die Keller in Krefeld geflutet.

Auch Mönchengladbach ist betroffen und in einigen Straßen steht Wasser.

In Aachen trotzten die Zuschauer beim CHIO dem Regen.

Ein Passant durchquert eine überflutete Straße mit einem Kayak.

Mehrere Bäume verloren Äste ...

... die dann auf die Straße und auf Fahrzeuge stürzten.

Auch ganze Bäume stürzten um - wie hier in Köln.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Vermutlich durch einen Blitzeinschlag wurde in Mülheim/Ruhr eine etwa 20 Meter hohe Eiche gespalten. Eine Baumhälfte stürzte auf ein zweigeschossiges Wohnhaus und beschädigte das Dach. Ein Auto wurde von dem Baum getroffen. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag

An einem Einfamilienhaus in Bergisch Gladbach verursachte ein Blitzeinschlag einen Dachstuhlbrand. Vor Eintreffen der Feuerwehr versuchte ein Bewohner noch, die Flammen von einer Leiter aus mit einem Gartenschlauch selbst zu bekämpfen. Verletzt wurde niemand.

In Willich im Kreis Viersen wurde eine Frau durch einen herabstürzenden Baum verletzt. Dort knickten an einer Landstraße sämtliche Bäume und Strommasten ab. In Mönchengladbach brachen durch die Orkanböen dicke Äste ab. Ein Baum landete auf einem Traktor. Im Rhein-Kreis Neuss hatte die Feuerwehr Vollalarm ausgelöst. Dort rückten die Kräfte mehr als 150 Mal aus, sagte ein Kreissprecher.

Die Feuerwehr Krefeld hat bis in den Freitagvormittag 275 Einsätzen gehabt. Inzwischen seien nahezu alle Einsatzstellen abgearbeitet. Vereinzelt werde die Feuerwehr noch angefordert, weil Gefahrenstellen jetzt erst bemerkt werden.Laut dem WDR-Wetterstudio sind allein in Krefeld innerhalb von zehn Minuten 19 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. "Absoluter Starkregen", sagte Meteorologe Jürgen Vogt.

Die Feuerwehr in Meerbusch meldete, dass sie "mit allen Kräften im Einsatz" sei. Ein "kurzer, aber kräftiger Sturm" sei gegen 18 Uhr über Teile von Meerbusch gezogen. Passanten sollten auf lose Äste in Bäume achten.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Für Köln meldete die Feuerwehr einen umgestürzten Lkw-Anhänger auf der Zoobrücke. Insgesamt habe es 32 sturmbedingte Einsätze gegeben. Vermutlich durch einen Blitzeinschlag wurde in Mülheim/Ruhr eine etwa 20 Meter hohe Eiche gespalten. Eine Baumhälfte stürzte auf ein zweigeschossiges Wohnhaus und beschädigte das Dach. Ein Auto wurde von dem Baum begraben. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Im Münsterland war die Unwetterfront ebenfalls zu spüren. So kamen laut dem WDR-Wetterstudio in Ahaus innerhalb einer Stunde 33 Liter pro Quadratmeter runter.

Probleme bei der Bahn

Auch auf den Zugverkehr wirkte sich das Unwetter aus. Laut dem Portal Zuginfo.nrw fielen mehrere Verbindungen aus. So wurde wegen Gegenständen in der Oberleitung der Streckenabschnitt zwischen Neuss und Mönchengladbach gesperrt. Betroffen waren die Linien RB27, RB33, RB34, RB35, RE4, RE8, RE13, RE42 und S8. Zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf wurde ein Ersatzverkehr mit einem Bus eingerichtet. Zwischen Krefeld Hauptbahnhof und Meerbusch-Osterath musste ein Baum auf der Strecke beseitigt werden. Betroffen waren der RE7 und der RE10.‍‍

Wetterlage entspannt sich

Tiefdruckgebiet "Ulrike" bei Schottland hat uns die Kaltfront mit heftigen Schauern und Gewittern beschert. In den Gewittern fielen die Temperaturen binnen weniger Minuten um bis zu zwölf Grad.

Am Freitag strömt nun erfrischende Atlantikluft in den Westen. Dazu gesellt sich Hochdruckgebiet "Hartmut" und sorgt bis über das Wochenende hinaus für angenehmes Sommerwetter.

Ideale Temperaturen zum Durchlüften

In der Nacht zum Samstag kann die Luft bei weitgehend klarem Himmel stark auskühlen: Ideale Temperaturen zum Durchlüften stehen uns bei 13 Grad in den Innenstädten und bis 8 Grad in den ländlichen Lagen Westfalens ins Haus.

Am Wochenende erwartet uns tagsüber eine Mischung aus Sonnenschein und wolkigeren Phasen. Die Temperaturen liegen mit nachmittäglichen 23 bis 27 Grad im angenehmen Bereich. Heiße, subtropische und unwetterträchtige Luftmassen können uns vorerst nicht mehr erreichen.

Aktuelle TV-Sendungen