Was der sinkende Grundwasser-Spiegel für die Bäume bedeutet

Kostbares Nass – Woher kommt unser Trinkwasser?

neuneinhalb 27.07.2019 09:45 Min. UT Verfügbar bis 27.07.2024 Das Erste

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Was der sinkende Grundwasser-Spiegel für die Bäume bedeutet

  • Grundwasser-Spiegel sinkt
  • Viele Baumarten verdursten
  • Tiefwurzler gut gewappnet
Ein Bach im Wald.

Welche Folgen hat die Wetterlage auf den Grundwasser-Spiegel in NRW?

Der Grundwasser-Spiegel sinkt, teilweise sogar massiv. Nach aktuellen Messdaten des Landesumweltamts weisen 46 Prozent der 2.324 Grundwasserstands-Messstellen in NRW einen niedrigen bis sehr niedrigen Messwert auf. In Welver-Stocklarn im Kreis Soest herrscht derzeit der niedrigste Pegelstand seit mehr als 50 Jahren.

Am stärksten betroffen sind sandige Böden wie im Münsterland oder Ostwestfalen-Lippe. Sie können Wasser nur sehr schlecht speichern. Für die Förderung von Trinkwasser ist das zwar kein Problem, weil das Wasser aus großen Tiefen geholt wird. Pflanzen sind aber auf oberflächennahe Wasserquellen angewiesen.

Welche Folgen hat das für Bäume und andere Pflanzen?

Für Bäume kann das laut Landesumweltamt ein Problem werden, wenn deren Wurzeln ansonsten die obersten Bereiche der grundwasserführenden Schichten erreichen und durch fehlende Niederschläge die Bodenfeuchte so stark abnimmt, dass keinerlei Wasserversorgung mehr zur Verfügung steht.

Grafik: Wurzeltypen der Bäume und Grundwasserspiegel

Man unterscheidet hierbei zwischen Tief- und Flachwurzlern. Baumarten wie Eibe, Eiche, Esche, Kiefer oder Lärche kommen als Tiefwurzler gut mit Trockenperioden zurecht. Dagegen leiden Flachwurzler wie Ahorn, Apfel, Birke oder Fichte unter den aktuellen Verhältnissen.

Was müssen Gärtner und Landwirte angesichts der Lage beachten?

Bäume mit Wurzeln bis ins Grundwasser hätten "wenig Probleme", sagt Birgit Königs vom Naturschutzbund NABU. Massive Probleme gebe es bei Stadtbäumen mit wenig Wurzelwerk. "Die vertrocknen dann schlichtweg - wenn man nicht ständig wässert."

Wenn das Wetter über Jahre im Sommer so bleibt, müsse man sich fragen, ob man dauerhaft wässern wolle gegen diesen Trend zu trockenen Hitzesommern. "Man entzieht damit weiter permanent Wasser, und gleichzeitig klagen die Bauern über sinkende Ernteerträge", so Königs.

Bohrungen im Waldboden 04:18 Min. Verfügbar bis 23.07.2020

Stand: 25.07.2019, 06:30

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