2020 war das sonnigste Frühjahr in NRW

Sommerwetter in NRW

2020 war das sonnigste Frühjahr in NRW

Von Benedikt Schulz

  • Im Mai schien vielerorts deutlich länger die Sonne als üblich
  • Damit ist das Frühjahr 2020 das sonnenreichste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung
  • Gefahr von Waldbränden steigt deutlich an

Viel Sonne, warme Temperaturen – und vor allem viel zu wenig Regen: Das ist die Wetterbilanz für den Monat Mai in Nordrhein-Westfalen. Die Waldbrandgefahr steigt dadurch deutlich an. Vor allem im Westen des Landes besteht am Pfingstmontag (01.06.2020) und am Dienstag erhöhte Gefahr, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Mehr als 300 Sonnenstunden im Monat

Im gesamten meteorologischen Frühjahr von Anfang März bis Ende Mai gab es in NRW 726,6 Sonnenstunden im Mittel aller Wetterstationen. Mehr als je zuvor. Zum Vergleich, der bisherige Spitzenreiter war das Frühjahr 2011 mit gut 690 Sonnenstunden.

Frau liest Buch an einem gewässer

Es werden viele Sonnenstunden im Juni erwartet

In manchen Regionen Nordrhein-Westfalens gab es weit über 300 Sonnenstunden im Mai. Spitzenreiter war der Ort Schleiden in der Eifel, dort schien 332 Stunden die Sonne. Das entspricht 170 Prozent des üblichen Sonnenscheins im Mai.

Ebenfalls auf hohe Sonnenscheindauer kamen Köln, Eschweiler und Neuss mit jeweils mehr als 320 Stunden Sonne. Am wenigsten Sonnenschein gab es in Ostwestfalen. 214 Stunden schien in Hoexter die Sonne. Doch auch das ist deutlich mehr als im Mai sonst üblich.

Zu wenig Regen

Problematischer ist aber der fehlende Regen. In Issum im Kreis Kleve fielen den gesamten Monat über gerade mal sechs Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist weniger als ein Zehntel der sonst üblichen Niederschlagsmenge.

Trockener Boden am Reihnufer in Köln

Trockener Boden am Rheinufer in Köln

Auch an anderen Orten am Niederrhein blieb die Niederschlagsmenge bei unter zehn Litern pro Quadratmetern. Den meisten Regen gab es in Beverungen mit rund 45 Litern – aber auch das sind gerade mal zwei Drittel der sonst üblichen Regenmenge. Die Waldbrandgefahr steigt dadurch deutlich an.

Zuviel Wasser aus dem Boden verdunstet

Die Kombination aus vielen Sonnenstunden und wenig Regen ist fatal. Durch das Aufheizen des Bodens verdunstet viel Wasser aus dem Boden, an sonnenreichen Tagen bis zu sechs Liter pro Quadratmeter.

Akut bedroht sind dadurch sogenannte Flachwurzler, also Bäume und andere Pflanzen, die in den oberen Bodenschichten wurzeln. Das betrifft etwa Fichten, die in der Forstwirtschaft aufgrund ihres schnellen Wachstums besonders wichtig sind.

Bauernverband warnt vor irreparablen Schäden

Schon der April war ungewöhnlich trocken, damals hatte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied gewarnt: "An manchen Standorten haben wir jetzt schon irreparable Schäden, dort wird es zu Ernteeinbußen kommen. Wir hoffen natürlich auf Regen im Mai, damit sich die Pflanzen besser entwickeln können." Eine Hoffnung, die nicht in Erfüllung ging.

Stand: 01.06.2020, 20:00

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