Bürgerinitiative mit Gutachten zu Atommüll-Lager in Würgassen

Außenaufnahme vom ehemaligen Kernkraftwerk Würgassen mit seinem Umspannwerk an der Weser

Bürgerinitiative mit Gutachten zu Atommüll-Lager in Würgassen

Eine Bürgerinitiative hat am Donnerstag ein Gutachten zum geplanten Zwischenlager für Atommüll in Beverungen präsentiert. Kritik gibt es vor allem an den Auswahlkriterien für den Standort.

Schwere und rechtswidrige Fehler unterstellt das Gutachten der Bürgerinitiative der bundeseigenen Gesellschaft bei der Auswahl des Standorts für das zentrale Bereitstellungslager. Es kommt zu dem Schluss, dass vor allem alternative Standorte eines zentralen Bereitstellungslagers nicht richtig bewertet worden seien.

Gutachten: Bahnstrecke ungeeignet

Die zweigleisige Bahnstrecke fehle und die Straßen seien nicht für schwere Atommüll-Transporte geprüft worden, stellt das Gutachten fest. Außerdem gebe es keine wissenschaftliche Begründung für die Standortsuche in einem 200 Kilometer Radius rund um das Endlager.

Juristen einer Raumplanungsgesellschaft haben das Gutachten erstellt. Die Bürgerinitative "Atomfreies-3-Ländereck" hatte es in Auftrag gegeben, nachdem die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) die Planungen Anfang März vorgestellt hatte.

Bürgerinitiative kämpft gegen den Bau

Gegen den Bau gibt es heftigen Widerstand, seitdem das Projekt bekannt geworden ist. So wird die Bürgerinitative von zahlreichen Bürgermeistern, dem Landräten und Politikern unterstützt. Darüber hinaus gibt es Streit, ob ein Formfehler das Projekt stoppen kann. Beverungens Bürgermeister Grimm sprach von gravierenden Fehler im Planungsrecht.

Die BGZ, hält weiterhin am Standort Beverungen-Würgassen für ein Atommüll-Logistikzentrum fest. Man befinde sich in Detailplanungen, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Lieferungen für das Endlager zusammenstellen

Auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerkes Würgassen soll Deutschlands einziges Logistikzentrum für schwach- bis mittelradioaktiven Müll entstehen. Dafür wird eine 300 mal 100 Meter große Halle direkt an der Weser gebaut.

Ziel sei, Atommüll zu sammeln und zu sortieren, damit das Endlager Schacht Konrad passgenau befüllt werden könne, erklärt die BGZ. Täglich sollen bis zu zehn Züge und 20 LKW den atomaren Abfall aus ganz Deutschland nach Höxter liefern und später ins Endlager bringen. 450 Millionen Euro soll das Projekt kosten.

Stand: 17.12.2020, 14:44