Urteil im Wittgensteiner Wisentstreit fällt im Juli

Urteil im Wittgensteiner Wisentstreit fällt im Juli

In wenigen Wochen soll die Entscheidung darüber fallen, ob die klagenden Sauerländer Waldbesitzer die freilebende Wisentherde auf ihren Grundstücken dulden müssen oder nicht.

Auch wenn noch kein Urteil gefallen ist: Die Richter haben eine Tendenz zugunsten der klagenden Waldbauern gezeigt. Denen seien die Schäden, die die Tiere an ihren Bäumen hinterlassen, nicht mehr zuzumuten, hieß es. Trotzdem bleiben die Waldbauern noch skeptisch, ob das Urteil zu ihren Gunsten ausfallen wird.

2013 wurden neun Wisente auf dem Gebiet der Wittgensteinschen Rentkammer freigelassen – seitdem gibt es Ärger. Denn die inzwischen 25 Tiere verlassen regelmäßig das über 4.000 Hektar große Areal und betreten die Grundstücke von privaten Waldbauern im Sauerland.

Waldbestand gefährdet?

Dort schädigen sie die Bäume der Waldbauern, indem sie die Rinde abfressen. Dafür wird ihnen zwar eine finanzielle Entschädigung gezahlt, doch den Waldbesitzern geht es um mehr. Sie fürchten, dass ihr Wald dauerhaft im Bestand gefährdet ist.

Eine Wisent-Herde beim Grasen auf einer Weide.

Klage vor Gericht: Waldbesitzer wollen, dass die Wisente ihre Grundstücke nicht mehr betreten.

Darum klagen zwei Waldbesitzer aus Schmallenberg seit Jahren durch alle Instanzen. Sie wollen, dass die Tiere ihre Grundstücke überhaupt nicht mehr betreten. Das aber will der Wisentverein als Projektbetreiber nicht garantieren. Er argumentiert, dass die Wisente unter Artenschutz stehen und weder gefangen noch getötet werden dürfen.

Oberlandesgericht prüft Zumutbarkeit

Zuletzt hatte der Bundesgerichtshof die Klage behandelt. Doch statt ein Urteil zu fällen, verwies er den Fall zurück ans Oberlandesgericht. Dort soll jetzt noch einmal geprüft werden, ob die betroffenen Waldbauern durch die Wisente in unzumutbarer Weise an der Nutzung ihrer Grundstücke gehindert werden.

Sollten die Richter diese Frage bejahen, könnte es das Ende der Wisente in Freiheit sein. Denn eines haben die Projektverantwortlichen immer wieder betont: Eine dauerhafte Einzäunung sei mit einem Artenschutzprojekt unvereinbar.

Stand: 27.05.2021, 17:49