Wittgensteiner Wisente werden nicht eingezäunt

Wisentherde sorgt für Tempolimit 03:21 Min. Verfügbar bis 06.12.2022

Wittgensteiner Wisente werden nicht eingezäunt

Kein Zaun wird die Wisentherde im Rothaargebirge an Wanderungen hindern. Die Zaunlösung werde nicht weiter verfolgt, verlautete aus dem Landesumweltministerium.

Es sei deutlich geworden, "dass sich die geplante Zaunlösung selbst für einen auf drei bis fünf Jahre begrenzten Zeitraum nicht im regionalen Konsens realisieren lassen wird", teilte ein Sprecher des Ministeriums laut dpa am Mittwoch mit. Man habe sich kürzlich darauf verständigt, die "vorgeschlagene Zaunlösung nicht weiter zu verfolgen".

Waldbauern in der Region, der Trägerverein des Wisent-Projektes und das Land hatten sich im März 2019 darauf geeinigt, den Bewegungsraum der Wildrinder duch einen Zaun zu begrenzen, der für andere Tiere durchlässig ist, und sie so an Wanderungen in den Privatwald zu hindern.

Zaun blieb in Planungsphase stecken

Erwachsenes Wisent mit Kalb

Wisentkuh mit Kalb

Auf Nachfrage sagte ein Sprecher des Artenschutz-Projektes, es habe seit Frühjahr 2019 immer wieder Diskussionen über die konkrete Durchführung des Zaunbaus und um den genauen Verlauf gegeben. Über die Planungsphase sei man nie hinaus gekommen.

Wie es mit dem Artenschutzprojekt weiter geht, ist offen, hieß es aus dem Landesumweltministerium. Ein Gutachten, das mögliche Wege aufzeigen und Entscheidungsgrundlage sein soll, ist noch nicht abgeschlossen, soll aber noch dieses Jahr veröffentlicht werden.

Gerichtsstreit um die Wisente geht weiter

Wisentherde quert hinter einem Mercedes die Straße

Wisentherde überquert Straße

Wisente sind die größten Landsäugetiere Europas. Nachdem sie in Deutschland ausgerottet waren, ist im Rothaargebirge Deutschlands einzige freilebende Wisent-Herde angesiedelt worden. Zuletzt streiften knapp über 20 Tiere durch die Wälder.

Seit Jahren läuft eine gerichtliche Auseinandersetzung über das Artenschutzprojekt. Waldbesitzer klagen darüber, dass die Tiere Baumrinden abnagen und ihnen so großer finanzieller Schaden entstehe. Zuletzt hatte das Oberlandesgericht Hamm in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil entschieden, die Forstwirte müssten diesen Schaden nicht länger hinnehmen. Der Trägerverein des Wisent-Projektes hat dagegen Revision eingelegt.

Stand: 13.10.2021, 18:14