Wittgensteiner Wisent ärgert im Westerwald

Stand: 18.11.2021, 14:23 Uhr

Ein Wisentbulle aus dem Rothaargebirge sorgt jetzt in Rheinland-Pfalz für Aufregung. Das Tier ist gut 150 Kilometer bis in den Westerwaldkreis gewandert.

Der Wisentbulle aus Wittgenstein streift seit Wochen durch den Westerwald. Und ist dort zu einem Problem geworden: Jäger und Waldbesitzer klagen darüber, dass das Tier – wie seine Artgenossen seit vielen Jahren im Sauerland auch – die Bäume schält.

Rund 40 Buchen soll der Wisentbullle schon angeknabbert haben. Eine Problematik, die in Südwestfalen seit Jahren bestens bekannt ist. Mit Waldbesitzern aus dem Schmallenberger Sauerland liegt der Wisentverein schon seit Jahren im Dauerclinch. Über alle Gerichtsinstanzen hinweg.  

Hochsitze zerstört

Bei den Baumschäden ist es im Westerwald offensichtlich nicht geblieben: Der Bulle soll auch mehrere leichte Hochsitze, so genannte Drückjagdböcke, zerstört haben. "Das Tier wollte sich vermutlich die Insekten aus dem Fell reiben", sagt Kurt Milad, Kreisjagdmeister des Kreises Neuwied.

Auch einen Unfall mit dem Wisentbullen hat es mutmaßlich schon gegeben. Das Tier ist in ein Auto gerannt und hat es erheblich beschädigt. Spuren eines Wisents konnten zwar laut Polizei Montabaur nicht nachgewiesen werden, die Fahrerin habe jedoch von einem großen Büffel gesprochen. Außerdem sei das Wisent mehrfach von einer Wildkamera aufgenommen worden, so die Polizei.   

Wisentverein kann nichts machen

Der Wisentverein in Bad Berleburg ist informiert. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin steht den Behörden im Westerwald mit Tipps zur Seite. Mehr machen könne man allerdings nicht, sagte Vereins-Sprecher Michael Emmerich. Die Wisente seien schließlich freilebende Tiere.