Südwestfalen: Corona-Krise trifft Wirtschaft hart

Notleidende Betriebe während Corona 03:13 Min. Verfügbar bis 12.05.2021

Südwestfalen: Corona-Krise trifft Wirtschaft hart

Von Mike Külpmann

  • Geschätzte 20 Millionen Euro Schaden täglich
  • IHK: Ausmaß der Corona-Krise Woche zu Woche schlimmer
  • Automobilzulieferer fordern Konjunkturprogramm
Eine leere Halle beim Autozulieferer Heinrich Huhn

Beim Autozulieferer Heinrich Huhn herrscht derzeit kaum Betrieb.

Die Industrie- und Handelskammer Siegen-Olpe zeichnet ein düsteres Bild von der Situation der heimischen Unternehmen. Noch bis Ende Mai befragt die IHK ihre Mitgliedsunternehmen nach den Konjunkturerwartungen. Glaubt man Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener könnte das Ergebnis so schlecht ausfallen wie nie.

Existenzkämpfe

"Die Auswirkungen der Corona-Krise nehmen jetzt Woche für Woche Gestalt an", so Gräbener. Bei über 20 Millionen Euro täglich könnte der Schaden liegen, der durch Produktionsausfälle, nicht gebuchte Reisen oder ausbleibende Gastronomieeinnahmen entstehe – vorsichtig geschätzt. Hinter dieser Zahl verbergen sich Existenzkämpfe.

Cornelia Fries, Reisebüroinhaberin aus Siegen

Cornelia Fries, Reisebüroinhaberin aus Siegen

Wie etwa bei Cornelia Fries, Reisebüroinhaberin aus Siegen. Ihre Mitarbeiterin ist in Kurzarbeit, seit Mitte März hat sie so gut wie keine Umsätze mehr. Schlimmer noch: Sie muss sogar bereits erhaltene Provisionen zurückzahlen. Ihren finanziellen Schaden bislang beziffert sie auf rund 20.000 Euro.

Keine Aufträge seit März

Oder die Firma "TCO", Licht- und Ton- Ausstatter für Konzerte, Theater und Feste. Alle fünf fest angestellten Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, die bis zu 40 freien Mitarbeiter ohne Aufträge. Der geschätzte Ausfall hier: rund 300.000 Euro.

Benedikt Kabilka von der Firma TCO

Benedikt Kabilka von der Firma TCO

Beim Automobilzulieferer "Heinrich Huhn" in Drolshagen schlägt die Krise seit den Osterferien voll durch: Die zunächst für zwei Wochen geplante Betriebsschließung wurde um eine weitere verlängert. Auch hier befinden sich 80 Prozent der etwa 200 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Vom normalen Umsatz werden vielleicht 15 Prozent erreicht.

Erholung Ende Mai?

Immerhin gibt es leichte Anzeichen, dass sich Ende Mai die Auftragslage leicht erholen könnte. Vielleicht - so hofft die Wirtschaft - könnte ein Konjunkturprogramm der Automobilindustrie helfen. Erst wenn die Menschen wieder Autos kauften, würde es auch den Zulieferern besser gehen.

Stand: 12.05.2020, 10:01