Besucheransturm - Winterberg macht Straßen und Pisten dicht

Besucheransturm - Winterberg macht Straßen und Pisten dicht

Pisten und Rodelhänge in Winterberg dürfen nicht mehr betreten werden. Zeitweise musste die Polizei auch Zufahrten sperren. Der Bürgermeister wehrt sich gegen Kritik.

Nach dem Ansturm von Besuchern auf die Wintersportgebiete in Winterberg und Umgebung hat sich Bürgermeister Michael Beckmann (CDU) gegen Kritik gewehrt. "Wir waren gut vorbereitet und haben sogar das Ordnungsamt personell aufgerüstet. Aber so einen Ansturm hat es – auch an guten Wintersport-Wochenenden – noch nicht gegeben", sagte Beckmann in der Aktuelle Stunde im WDR Fernsehen.

Man habe schon am ersten Tag "dieses Zustroms reagiert. Wir haben Security eingesetzt und Leute aus dem Rathaus, die eigentlich nicht dafür ausgebildet sind. Dann kam noch die Unterstützung vom Land NRW dazu. Am Ende sind wir unser Verantwortung gerecht geworden", so Beckmann.

Kilometerlange Staus am Sonntag

Zuvor hatte es seit Weihnachten einen Ansturm auf die Ski-Gebiete gegeben. Auch am ersten Sonntag im Neuen Jahr hatte die Polizei wieder kilometerlange Staus auf den Bundes- und Landstraßen nach Winterberg gemeldet.

Dabei gab es in die Stadt eigentlich kein Durchkommen. "Wir haben gestern Abend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute sind trotzdem wieder hierhergekommen", sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Polizei rief Tagestouristen dazu auf umzukehren. Viele Zufahrtsstraßen wurden gesperrt und erst nach 16 Uhr wieder geöffnet.

Polizei räumt Skipisten

Eine Gruppe von Polizeibeamten beobachten viele Spaziergänger in der Ferne

Eine Gruppe von Polizeibeamten beobachten Rodler in Winterberg

Das Betretungsverbot gilt auch für die Skipisten, die Polizei und Ordnungsamt kontrollieren. Per Lautsprecher fordern sie Touristen auf, das Skigebiet zu verlassen. Wer sich der Aufforderung widersetzt, riskiert ein Bußgeld. Eine Sprecherin der Stadt sagte, dass in Ausnahmefällen Strafen bis zu 25.000 Euro möglich seien. Polizei und Ordnungsbehörden in Winterberg stellten am Sonntag über 270 Verstöße fest – die meisten gegen Corona-Regeln.

Angespannte Situation auch in anderen Regionen

Schätzungsweise 2.000 Tagestouristen tummelten sich an der Hohen Acht.

Schätzungsweise 2.000 Tagestouristen tummelten sich an der Hohen Acht.

Viele Menschen zog es auch in die Eifel. Der Bürgermeister von Adenau sprach etwa von "nie dagewesenen Menschenmassen" an der Hohen Acht, dem höchsten Berg der Eifel.

Ähnlich wie im Sauerland waren auch in der Eifel die Parkplätze voll. Das Ordnungsamt musste dafür sorgen, dass die Straßen nicht durch wild parkende Autos blockiert werden.

Denn in der vergangenen Woche hatten Touristen die Straßen um den Naturpark Hohes Venn so verstopft, dass Krankenwagen fast nicht mehr durchkamen. Das Hohe Venn wurde fürs Wochenende zum Sperrgebiet erklärt.

Stand: 04.01.2021, 19:46