Marsberg: Strom zum Schnäppchenpreis

Windräder in Betrieb.

Marsberg: Strom zum Schnäppchenpreis

Von Corina Wegler

  • Der eigentliche Strom ist kostenlos
  • Nur Steuern, Abgaben und Netzkosten
  • Akzeptanz-Offensive für Windkraft

Die Haushalte in Marsberg-Meerhof können jetzt extrem günstigen Windstrom beziehen. Denn: Die Marsberger Windkraftbetreiber wollen kein Geld von ihnen. Die Haushalte müssen nur Steuern, Abgaben und Netzkosten zahlen. Und können so bis zu 420 Euro im Jahr sparen.

Die Windkraftbetreiber verzichten auf das Geld, weil sie die Akzeptanz für die Windkraft erhöhen wollen. "Die Leute, die nah an den Windparks wohnen, haben eine optische Beeinträchtigung. Wenn man so einen Tarif bekommt, trägt das zur Akzeptanz bei", sagt Daniel Saage von der "WestfalenWind Strom".

Große Resonanz auf Schnäppchen-Angebot

Die Firma übernimmt den Vertrieb des Marsberger Stromtarifs. Schon in der ersten Woche sei die Resonanz groß gewesen: "So viel Zulauf haben wir noch nie gehabt", sagt Saage. Das Unternehmen bietet ähnliche Modelle in sechs Städten im Kreis Paderborn an.

230 Meter hohe Windräder

Windradflügel liegen abgesichert vor einem Kran.

Rund 300 Windkraftanlagen drehen sich an der A 44 bei Marsberg-Meerhof. 35 von ihnen werden zurzeit "repowert". Das heißt: alte Windräder werden durch neue ausgetauscht. Sie sollen die vierfache Leistung bringen, sind aber auch deutlich größer als die alten: bis zu 230 Meter hoch.

In Marsberg sind 80 Grundeigentümer in das Windkraft-Projekt eingebunden: Sie bekommen Geld für die Hergabe ihrer Fläche. Die Windkraftbetreiber betonen, dass sie Vereine sponsern und die Gewerbesteuern Marsberg zugutekommen. Akzeptanz über das Portemonnaie: In Meerhof scheint es zu funktionieren

Stand: 31.07.2020, 08:06