Windräder auf dem Kohlberg in Neuenrade erlaubt

Ein Windrad

Windräder auf dem Kohlberg in Neuenrade erlaubt

  • Verwaltungsgericht Arnsberg lehnt Klage der LNU ab
  • Sechs Windräder dürfen auf dem Kohlberg gebaut werden
  • Rückschlag für Naturschützer und Bürgerinitiative

Die sechs geplanten Windräder auf dem Neuenrader Kohlberg dürfen gebaut werden. Das hat das Verwaltungsgericht Arnsberg am Freitag (08.11.2019) mitgeteilt.

Damit hat das Gericht die Klage der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt abgelehnt. Zusammen mit einer Bürgerinitiative kämpft sie seit drei Jahren gegen den Bau der 200 Meter hohen Windräder.

Gericht schließt sich Gutachten an

In der Urteilsbegründung weist das Gericht alle Punkte der Kläger ab: Es liege keine Gefährdung für die Artenvielfalt vor und die ortsnahe Trinkwasserquelle sei nicht gefährdet. Auch die Nähe zum Naturschutzgebiet "Auf dem Giebel" stehe dem nicht im Weg, Schattenwürfe und Lärmpegel seien für Wanderer hinnehmbar.

Der Märkischen Kreis, die Stadt Neuenrade und der Investor hoffen nach drei Jahren Rechtsstreit, im kommenden Jahr den Bau der Windräder fortzusetzen.

Bürgerinitiative enttäuscht

Bei Dr. Frank Hoffmann, Sprecher der Bürgerinitiative "Rettet den Kohlberg", ist die Enttäuschung groß. Für ihn haben die urteilsrelevanten Gutachten die Situation verharmlost und er hält die Einschätzung des Gerichts für "in einigen Punkten nicht nachvollziehbar"

"Wir werfen die Flinte nicht ins Korn" so Hoffmann weiter. Gemeinsam mit dem LNU will die Bürgerinitiative einen Antrag auf Berufung stellen. "Die Hürden dafür sind sehr hoch, deswegen müssen wir nun prüfen ob wir ausreichende Beweise liefern können".

Baustopp 2017

In einem Eilverfahren war 2017 zunächst ein Baustopp veranlasst worden, weil das Gericht die Auswirkungen der Anlagen auf Natur und Landschaft für äußerst gravierend hielt.

Stand: 08.11.2019, 17:30