Windkraftausbau im Münsterland stockt

zwei unfertige Türme von Windanlagen mit einem Kran

Windkraftausbau im Münsterland stockt

  • Seltener Bau von Anlagen in Gescher
  • Ein Drittel Windkraftfläche ungenutzt
  • Bundesweit schleppender Ausbau

Es ist fast eine Seltenheit im Münsterland geworden: In Gescher werden derzeit fünf neue Windkraftanlagen gebaut, fünf weitere sind beantragt. Die beiden Windräder, die gerade im Ortsteil Hochmoor entstehen, sollen Strom für 8.000 Haushalte produzieren. Sie werden 240 Meter hoch und gehören damit zu den größten in Deutschland, so die Betreiber.

Und auch wenn im benachbarten Coesfeld ebenfalls 17 neue Anlagen genehmigt und teils im Bau sind: Insgesamt kommt der Windkraftausbau im Münsterland nur schleppend voran.

Mögliche Flächen nicht genutzt

ein großes Teil einer Windanlage

Windanlagen werden derzeit eher selten gebaut

In der Region sind noch etwa ein Drittel der Flächen frei, auf denen bevorzugt Windräder gebaut werden dürfen, so die Daten der Bezirksregierung Münster. Insgesamt sind im Regionalplan für das Münsterland 8.100 Hektar Fläche für Windkraftanlagen ausgewiesen.

Gemeinden halten sich zurück

Kommunen wie Lüdinghausen und Havixbeck haben die Diskussion angesichts der Neuregelungen des Landes bislang auf Eis gelegt. Heinz Thier von der Projektberatungsgesellschaft Bäuerlicher Bürgerwind in Münster beklagt, dass deutlich restriktiver genehmigt wird und auch Flächennutzungspläne für Windenergie restriktiver ausgewiesen werden. Zwei Windräder in Drensteinfurt wurden gerichtlich gestoppt.

Heinz Thier, Geschäftsführer der Projektberatungsgesellschaft Bäuerlicher Bürgerwind in Münster

WDR Studios NRW 12.08.2019 00:26 Min. Verfügbar bis 12.08.2020 WDR Online

Trend auch auf Bundesebene

Wie im Münsterland sieht es auch bundesweit aus. Branchen-Verbände berichten, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres in ganz Deutschland gerade einmal 86 Anlagen gebaut worden seien. So wenige wie seit fast 20 Jahren nicht mehr.

Stand: 12.08.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Anonym 13.08.2019, 11:46 Uhr

    Als ich neulich in Münster mit meinen Gästen spazieren ging, musste ich feststellen, dass in Münster die Windkraftanlagen der Stadtwerke Münster leider sehr oft abgeschaltet werden. Andererseits haben viele Städte in NRW den Klimanotstand ausgerufen. Aber der Ausbau erneuerbarer Energien stockt in NRW besonders stark. Dann gibt es jetzt neben "Flugscham" wahrscheinlich auch bald den "NRW-Scham". Soweit muss es nicht kommen. Als ich mich mit dem Ausbau von Windenergie und Wasserstoff als Energiespeicher auseinandersetzte, stieß ich auf den Beitrag "Aus Wind wird Wasserstoff" im Umweltbankmagazin "Bank und Umwelt 61" auf die Möglichkeit, sogenannten überschüssigen Strom in Form von Wasserstoff zu speichern. Dieser Wasserstoff kann in Blockheizkraftwerken gespeichert werden oder ins Erdgasnetz eingespeichert werden. Münster ist eine Universitätsstadt. Warum gelingt es dieser Stadt nicht, Vorreiter in solchen Technologien zu sein: Wasserstoff für Energiespeicher und Brennstoffzellenbusse.

    Antworten (1)
    • Anonym 13.08.2019, 11:48 Uhr

      Poems for Future: Klimanotstand. Alles verschlafen? Oder endlich angefangen? Die Welt unserer Kinder. Generationenscham?