Silberschatz in Wilnsdorf

Unter Tage Maschinenhalle 05:08 Min. Verfügbar bis 06.10.2020

Silberschatz in Wilnsdorf

Von Juan Yanez-Mejias

  • Grube Landeskrone steht unter Denkmalschutz
  • Silberabbau mit damals modernsten Mitteln
  • Seit rund 150 Jahren stillgelegt

Es sind zwei gepanzerte und enge Eingänge der ehemaligen Silbermine in Wilnsdorf-Wilden. Die Gitter sind aus massivem Stahl, damit niemand Fremdes den "Stollen Landeskrone" betreten kann. Aus Sicherheitsgründen ist die Grube nur für Forscher geöffnet.

Maschinenhalle Untertage

Das Team vom Verein für Siegerländer Bergbau

Ich bin mit einem Expertenteam unterwegs: Meinhard Weber, Michael Heupel und Thomas Kettner brennen für die heutige Exkursion. Das Trio ist mit Anglerhosen, Handschuhen, mehreren Lampen und wasserdichten Taschen ausgerüstet. Sie sind Mitglieder des Vereins für Siegerländer Bergbau.

Die Grube Landeskrone gerät fast in Vergessenheit

Der Stollen ist etwa zwei Meter hoch und gerade mal schulterbreit. Schon vor achthundert Jahren wurde hier Silbererz gewonnen. Es ist das ganze Jahr über acht Grad kalt. Im Winter dient der 1.500 Meter lange Tunnel als Rückzugsgebiet für Fledermäuse, Insekten und Amphibien. 

Auf dem steinigen Boden liegen Schienen. Sie rosten vor sich hin. Vor über 150 Jahren fuhr hier eine englische Schmalspurlok Felsbrocken und Bergarbeiter in den und aus dem Stollen.

Wetterschacht unter der Autobahn

Nach etwa dreihundert Metern erreichen wir einen Wetterschacht. Der verläuft fast direkt unter der A45 und versorgt auch heute noch den Untertagebau mit frischer Luft.

Wilnsdorf Untertage

Relikt einer vergangenen Zeit

Nach einer halben Stunde versinken wir hüfttief im Wasser. Es hat Trinkwasserqualität und wurde früher für die umliegenden Haushalte abgepumpt. Wir klettern weiter über einen Grubenwagen, der mitten im Weg liegt und vor sich hin rostet. Die Experten nennen ihn Hunt.

Nach einer Stunde und achthundert Metern erreichen wir dann unser Ziel: die imposante Maschinenschachthalle.

Der Verein für Siegerländer Bergbau bereitet sich auf den "Internationalen Bergbau- und Montanhistorik-Workshop 2020" in Wilnsdorf vor. Dazu kommen 150 Experten aus der ganzen Welt, und die Maschinenschachthalle wird eines der Highlights sein, die sie besichtigen werden.

Zwei Jahre dauerte der Bau der gemauerten Halle

Der zwanzig Meter hohe Raum unter Wilnsdorf-Wilden ist auch heute noch ein ausgewöhnliches Relikt der Industrialisierung und steht unter Denkmalschutz. Damals bewegte sich hier eine Dampfmaschine, die weitere Maschinen antrieb.

Die Erzgrube Landeskrone

Bis vor 150 Jahren wurde unter Wilnsdorf-Wilden Silbererz gefördert. Dafür konstruierten die Bergleute im 35 Metern Tiefe eine imposante Maschinenhalle.

Maschinenhalle Untertage

Bis vor 150 Jahren wurde hier Silbererz gefördert.

Bis vor 150 Jahren wurde hier Silbererz gefördert.

Relikt der Vergangenheit

In 35 m Tiefe unter Wilnsdorf-Wilden

Wegen der Dampfmaschine war es hier 40° heiß.

Der Stollen ist 1500 Meter lang.

Maschinenhalle unter der A45

Zwei Jahre brauchten die Bergarbeiter, um diesen Raum auszuräumen und zu mauern. Er liegt 35 Meter unter der Erde. Damals herrschten hier tropische Temperaturen von fast vierzig Grad. Wenn man das weiß, ist der Blick in die Halle unter Tage noch beeindruckender.

Stand: 06.10.2019, 14:46