Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schweinemastbetrieb aus Rheda-Wiedenbrück

Schweine stehen in ihrem Stall in einem Mastbetrieb

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schweinemastbetrieb aus Rheda-Wiedenbrück

Nachdem die Staatsanwaltschaft Bielefeld im November das Verfahren gegen einen damaligen Tönnies-Zulieferer eingestellt hatte, hat sie nun die Ermittlungen wieder aufgenommen.

Ermittelt wurde im vergangenen Jahr wegen Verstoßes gegen den Tierschutz. Anlass war ein Video aus einem Schweinemastbetrieb aus Rheda-Wiedenbrück. Als das Verfahren eingestellt wurde, legte das Deutsche Tierschutzbüro, das das Material veröffentlicht hatte, Beschwerde ein.

Grund für Einstellung des Verfahrens unklar

Die Organisation vermutet, dass die Ermittlungen eingestellt wurden, weil die Herkunft des Videos angezweifelt wurde. Auf Nachfrage teilte die Staatsanwaltschaft Bielefeld dem WDR mit, dass man sich nicht erklären könne, warum das Verfahren eingestellt wurde. Es müsse sich um ein Versehen gehandelt haben. Der Fall solle nun erneut untersucht werden.

Video zeigt verletzte Tiere

Das Video zeigt Bilder von Tieren mit großen Geschwüren, abgebissenen Schwänzen und Augenkrankheiten. Auch die hygienischen Zustände in dem Betrieb waren laut der Aufnahmen mangelhaft. Nachdem das Video im Juli 2020 veröffentlicht worden war, kontrollierte das zuständige Veterinäramt den Betrieb und stellte die beschriebenen Missstände fest. Einige Tiere mussten getötet werden. Daraufhin stellten das Veterinäramt und das Deutsche Tierschutzbüro eine Strafanzeige gegen den Betrieb.

Tönnies beendete Zusammenarbeit

In dem Video wurde nach Angaben des Tierschutzbüros die Tageszeitung abgefilmt sowie ein GPS Gerät, um Tag und Ort der Aufnahmen zu dokumentieren. Der Fleischverarbeiter Tönnies, für den der Mastbetrieb als Zulieferer gearbeitet hatte, bezeichnete die Bilder als "grauenvoll"; in solch einem Zustand würden Tiere in dem Betrieb nicht weiter verarbeitet. Die Zusammenarbeit wurde beendet.

Nach Informationen des "Westfalen-Blatts" beliefert der Landwirt inzwischen aber wieder den Fleischkonzern. Sprecher André Vielstädte sagte der Zeitung, man habe den Betrieb mehrmals überprüft und stehe in einem regelmäßigen Austausch mit dem Bauern.

Stand: 18.03.2021, 08:22