Synode der westfälischen Landeskirche: Kurschus warnt vor Fremdenfeindlichkeit

Annette Kurschus spricht am Rednerpult

Synode der westfälischen Landeskirche: Kurschus warnt vor Fremdenfeindlichkeit

  • Synode der Evangelischen Kirche Westfalen bis Mittwoch (21.11.2018)
  • Gemeinden sollen über Migration diskutieren
  • 202 Synodenmitglieder in Bielefeld

Es sei "verlogen", wenn Migranten als einzige Ursache für alles herhalten müssten, was in der Gesellschaft zu kritisieren sei, sagte Präses Annette Kurschus zum Auftakt der Jahrestagung. Migration und Flüchtlinge sind ein Schwerpunkt auf der Synode.

Vertrauensverlust durch Missbrauchsskandale

Die Missbrauchsskandale der vergangenen Zeit haben der evangelischen Kirche einen massiven Vertrauensverlust beschert. Bei Betroffenen und deren Familien und auch bei der Kirche als "Vertrauensraum" sei ein "verheerender Schaden" entstanden. Man werde in Zukunft "noch aufmerksamer hinschauen und noch konsequenter handeln", versprach Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche Westfalen. Geplant seien "Schutzkonzepte" gegen sexuellen Missbrauch und ein Kirchengesetz, das "Verbindlichkeit schaffen" soll.

Synode tagt bis Mittwoch

Die Synode tagt bis Mittwoch in Bielefeld. Sie soll eine neue Debatte über Migration anstoßen. Kirchenasyl, Flüchtlingsarbeit oder der Dialog mit Muslimen – über all das sollen Gemeinden und Kirchenkreise in den kommenden Monaten diskutieren. Die Landeskirche will dazu ein Arbeitspapier vorlegen.

Rekordergebnis bei der Kirchensteuer

Die Evangelische Kirche von Westfalen verzeichnet weiterhin steigende Einnahmen aus der Kirchensteuer. In diesem Jahr rechnet die Landeskirche mit einem Rekordergebnis von rund 550 Millionen Euro. Ein Grund ist die anhaltend gute Lage am Arbeitsmarkt. Der Vizepräsident der Landeskirche, Arne Kupke, warnt dennoch vor zu großer Euphorie und will die konsequente Sparpolitik der Landeskirche fortsetzen. Den Haushaltsentwurf für 2019 beschließt die Synode der Landeskirche am Dienstagabend.

202 Synodenmitglieder

Die Kirchensynode vertritt rund 2,2 Millionen evangelische Christen aus 494 Kirchengemeinden und 28 Kirchenkreisen aus den Regierungsbezirken Münster, Arnsberg und Detmold. Sie entscheidet über Kirchengesetze und berät über theologische und kirchenpolitische Fragen.

In einer früheren Version hat es Fehler im Artikel gegeben. Die Synode geht bis Mittwoch und nicht bis Dienstag. Das Thema sexualisierte Gewalt steht nicht auf der Tagesordnung.

Stand: 19.11.2018, 15:22