Fallschirmspringer knacken Weltrekord mit XXL-Flagge in Paderborn

Das Foto zeigt die deutsche Flagge, die sich heute beim Weltrekordversuch am Himmel über Ahden öffnete

Fallschirmspringer knacken Weltrekord mit XXL-Flagge in Paderborn

Am Flughafen Paderborn-Lippstadt ist ein außergewöhnlicher Weltrekord aufgestellt worden. Fallschirmspringer haben eine riesige Deutschlandflagge in der Luft ausgebreitet.

Sechs Fallschirmspringer haben am späten Samstagnachmittag mit etwas Verzögerung eine 6.341,85 Quadratmeter große Deutschlandflagge am Himmel ausgebreitet und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt. Noch nie wurde eine so große Flagge während eines Fallschirmsprungs am Himmel entfaltet. Weil es sehr windig war, musste der Versuch mehrfach verschoben werden.

Flagge blieb in den Baumwipfeln hängen

Während die Fallschirmspringer unverletzt am Boden ankamen, landete die Flagge in einem Waldstück. Dort hing sie auch am Sonntag noch 20 bis 25 Meter hoch in den Baumwipfeln. Die Bergung gestaltete sich wegen der Höhe schwierig, sagte Stefan Scheper vom Springer-Team.

Die hinzugezogenen Feuerwehrleute überlegten, wie sie das riesige Stoffstück aus den Baumkronen bekommen könnten. Deshalb wurde der Stoff vorerst gesichert, damit keine Gefahr davon ausgeht.

Flagge ist wieder am Boden

Am Montagnachmittag wagte sich dann eine Spezialfirma daran, die Flagge aus den Baumwipfeln herunter auf die Erde zu holen. Dafür rückte sie mit einem Teleskopsteiger samt Raupenantrieb an. Stück für Stück schnitten zwei Arbeiter die Fahne in 20 Metern Höhe mit Kettensegen frei. Den Stoff banden sie dann zusammen und legten die 75 Meter Stoffrolle auf dem Waldboden ab.

 Fallschirmspringer knacken Weltrekord mit XXL-Fahne

Am Flughafen Paderborn-Lippstadt ist ein außergewöhnlicher Weltrekord aufgestellt worden. Fallschirmspringer haben eine riesige Deutschlandfahne in der Luft ausgebreitet.

Das Sprungteam CYPRES demo

Sechs Extremsportler haben am Samstag einen Weltrekordversuch in Paderborn gewagt. Hier posieren sie mit dem Piloten des Flugzeugs, aus dem sie sprangen, und Daniel Danger.

Sechs Extremsportler haben am Samstag einen Weltrekordversuch in Paderborn gewagt. Hier posieren sie mit dem Piloten des Flugzeugs, aus dem sie sprangen, und Daniel Danger.

Sie nennen sich das "Cypres Demo Team". Das Team hat in Heiko Ahrens noch einen siebten Mann am Boden. Er ist für die Sicherheit zuständig und hält den "Boden-Luftkontakt". Die Erfahrung dafür hat er. Der 79-Jährige springt zwar seit drei Jahren selbst nicht mehr, hat in seinem Leben aber mehr als 6.000 Sprünge absolviert.

Ziel des Teams: Eine Riesen-Deutschlandflagge in der Luft über dem Flughafen Paderborn-Lippstadt entfalten. Dass es an dem Wochenende, an dem der Tag der deutschen Einheit gefeiert wird, eine deutsche Flagge war, sei natürlich kein Zufall gewesen, erklärte Stefan Scheper. Zudem sei das Zusammennähen dreier farbiger Stoffbahnen auch leichter und es musste laut Guiness-Buch-Regularien eine Flagge sein, die es wirklich gibt.

Der Weltrekord-Sprung musste aufgrund der Witterung im Laufe des Tages allerdings mehrfach verschoben werden. Dem Team blieb da letztlich nichts anderes übrig als geduldig abzuwarten.

Das fiel ihnen auch nicht schwer. Schließlich hatten die Springer für diesen Tag lange trainiert - und ihn lange ersehnt. Denn es ging nicht nur darum, den Weltrekord zu holen - sondern darum, ihn zurückzuholen.

Das Rekord-Paket, mit dem Ralf Grabowsky später aus dem Flugzeug geschoben wurde, wog knapp 300 Kilogramm. Um es zu schnüren, benötigten die Rekordspringer vorher in der Dortmunder Westfalenhalle nicht nur viel Platz, sondern auch die Hilfe der 9. Bereitschaftspolizeihundertschaft aus Düsseldorf, die diese im Rahmen eines Ausbildungstages gerne leistete.

Im Jahr 2017 hatte das Team schon einmal die größte Flagge aufgespannt - mit 2.698 Quadratmetern. Das Ergebnis vom Soester Himmel wurde allerdings im darauffolgenden Jahr deutlich übertroffen: in Dubai mit 4.886 Quadratmetern. 

Der Umgang mit der Ausrüstung ist nichts, was Fallschirmspringer auf die leichte Schulter nehmen oder gerne anderen überlassen. Dafür ist der tadellose Zustand der Ausrüstung zu wichtig.

Sicherheit wird beim Fallschirmspringen immer groß geschrieben. Dass die Springer bei sich gegenseitig den Sitz der Ausrüstung kontrollieren, ist selbstverständlich.

Dann hatte Petrus endlich ein Erbarmen: Schließlich ging es mit dem Flieger doch noch in die Luft.

Die Fallschirmspringer konnten aus 3.000 Metern Höhe aus dem Flugzeug stürzen. Ein Mann mit der Videokamera vorneweg, dann Ralf Grabwowsky mit dem großen Paket und die übrigen vier hinterher. Das große Paket wurde unmittelbar nach dem Verlassen des Flugzeugs geöffnet, weil das Gewicht einfach zu groß für einen feien Flug sei.

So entfaltete sich die Flagge schnell: 6.341,85 Quadratmeter Stoff. Selbst ein sprung mit dieser Stoffmasse unter sich erfordere einen "mega Kraftaufwand" und sei eine "wahnsinnige Belastung", sagt Stefan Schepers vom Springer-Team.

Glückliche Gesichter von den neuen alten Weltrekordhaltern.

Neben Scheper freuten sich Ralf Grabowsky, Horst Salmen, Stefan Rommel, Sven Schillmüller, Jörg Kruckenberg und Heiko Ahrens über den neuen Rekord. Letzterer blieb aber am Boden. Dort musste er aus Sicherheitsgründen Kontakt zu den Springern halten.

Ein Stoffstück so groß wie ein Fußballfeld

Monatelang hatten die Springer, die sich CYPRES Demo Team nennen, für diesen Tag nicht nur trainiert, sondern sich akribisch vorbereitet - und dann das: heftiger Wind über Paderborn. Also warteten und bangten sie. Dann kam die erhoffte Windpause am späten Nachmittag und die sechs Fallschirmspringer sprangen in 3.000 Metern Höhe aus dem Flugzeug.

Grabowsky war an das fast 300 Kilogramm schwere Paket mit der sauber gefalteten Deutschlandflagge gebunden, das sich sofort öffnete, nachdem beide zusammen auf Rollen aus dem Flugzeug geschoben worden waren. Einer aus dem Team sprang mit der Videokamera vor ihm, die anderen vier hinterher. In der Luft war Grabowsky allerdings auf sich gestellt. Und das mit einer Flagge, die so groß war wie ein Fußballfeld - das ist Weltrekord.

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Die Deutschlandfahne als Symbol für die Deutsche Einheit

Allerdings schwebte die Fahne danach nicht wie geplant auf den Flughafen herab, sondern landete, vom Wind abgetrieben, auf Bäumen in einem benachbarten Waldgebiet.

Dass sie sich bei ihrem Weltrekord einen Tag vor den Feiern zur Deutschen Einheit für eine deutsche Flagge entschieden, war übrigens kein Zufall. Aber einfarbige Stoffbahnen seien natürlich auch leichter zu vernähen gewesen, räumt Scheper ein.

Stand: 04.10.2021, 19:52