Die Sieger der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen halten ihre Pokale nach oben

WM im Kopfrechnen: Schneller als ein Taschenrechner

Stand: 17.07.2022, 19:43 Uhr

Ob Addition oder Quadratwurzeln ziehen - den Taschenrechner brauchte bei der 9. Weltmeisterschaft im Kopfrechnen in Paderborn niemand. Durchgesetzt hat sich schließlich der zwölfjährige Aaryan Shukla aus Indien.

Am Ende des zweiten Wettkampftags stehen die Sieger fest. Gegen 34 Konkurrentinnen und Konkurrenten setzte sich der erst zwölfjährige Aaryan Shukla durch. In fünf Kategorien mussten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihr Können unter Beweis stellen. Beispielsweise stand das Addieren von zehn zehnstelligen Zahlen oder das Errechnen der Wurzel einer sechsstelligen Zahl auf echt Stellen genau im Programm.

Zweiter wurde der Japaner Ono Tetsuya und den dritten Platz errechnete sich Mohammad El Mir aus dem Libanon. Insgesamt traten 35 Menschen aus 18 Ländern am Wochenende im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn gegeneinander an.

Auch Deutschland war vertreten

Elke Kuge beim Kopfrechnen

Elke Kuge beim Kopfrechnen

Taschenrechner gab es auf der Weltmeisterschaft nicht. Wie alle Teilnehmer konnte auch Elke Kuge aus Enger im Kreis Herford kann beim Rechnen auf elektronische Hilfe verzichten. Die 56-Jährige konnte sich vor zwei Jahren schon einmal für die Weltmeisterschaft im Kopfrechnen qualifizieren. Nun war sie also wieder mit dabei. Ihre Lieblingsdiziplin bei diesem Wettbewerb: das Kalenderrechnen.

"Das heißt Wochentagsberechnung. Ich kriege ein Datum und muss daraus den Wochentag berechnen", erklärt Elke Kuge. Die Siegerin für diese Disziplin wurde bereits am ersten Wettkampftag ermittelt. Akshita Shah aus Indien gewann das Kalenderrechnen haushoch. In einer Minute konnte Akshita Shah 80 Daten den richtigen Wochentag zuordnen.

Die Qualität nimmt immer weiter zu

Das erste Mal fand die Weltmeisterschaft im Kopfrechnen 2004 statt. Ralf Laue, selbst Mathematiker, ist der Initiator. "Es gab keine Gelegenheit, kein Forum, wo man sich austauschen konnte. Also mussten wir eine Gelegenheit schaffen." 17 Teilnehmer und Teilnehmerinnen traten bei der ersten WM gegeneinander an.

Seit damals wurden es immer mehr - jetzt braucht es sogar eine Qualifikationsrunde. Und auch die Qualität nimmt immer mehr zu, so Ralf Laue. "Was 2004 noch gut war, reicht heute kaum mehr für die Qualifikation." Das merkt auch Elke Kuge, die ohne Neid und lächelnd klarstellt: "Ich rechne hier ganz am Ende mit. Ich habe hier überhaupt keine Ambitionen zu gewinnen." Doch das tut der Sache keinen Abbruch. Die Kopfrechnerin geht hier klar mit dem olympischen Motto an den Start: Dabei sein, ist alles.

Junge Talente konnten besonders überzeugen

Junge zieht im Kopf die dritte Wurzel aus einer 20-stelligen Zahl

Kaloyan Geshev aus Bulgarien

Neben den drei Bestplatziertesten konnten auch weitere junge Talente, wie Kaloyan Geshev aus Bulgarien, Sieger der bulgarischen Version des Supertalents, überzeugen. Er bekam, und das auch noch vor Publikum, eine 20-stellige Zahl genannt und sollte daraus die dritte Wurzel ziehen. Es dauerte keine Minute, dann lag das Ergebnis vor.

Elke Kuge hat es gefreut. Besonders dass Kinder so einen Spaß an Mathematik haben können, begeistert die Engerin. Mit ihrem Verein "Wir rechnen e.V." will sie auch mehr Kindern in Deutschland Spaß am Multiplizieren, Addieren und Quadratwurzeln ziehen vermitteln.

Über dieses Thema berichteten wir am 15.07.2022 im Radio auf WDR2 und am 16.07.2022 in der Aktuellen Stunde.