Atommüll von Gorleben nach Ahaus?

Fässer mit Atommüll

Atommüll von Gorleben nach Ahaus?

  • Weiterer radioaktiver Müll nach Ahaus
  • Lagererlaubnis in Gorleben endet
  • Erster konkreter Einlagerungsantrag

Im Atommüllzwischenlager Ahaus könnte vielleicht schon im kommenden Jahr weiterer schwach- und mittelradioaktiver Abfall eingelagert werden. Das geht aus einer Mitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums hervor.

Danach müssen bis Mitte kommenden Jahres 1.309 Fässer mit sogenanntem radioaktiven Abfall mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung das Abfalllager Gorleben verlassen haben. Der Müll stammt aus Atomkraftwerken und der Forschung.

Zwischenlagerung in Ahaus vorgesehen

Ein Castor-Behälter wird im Zwischenlager Ahaus entladen

Auch hochradioktiver Müll wird in Ahaus gelagert

Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums sollen 584 Fässer mit diesem Atommüll nach Ahaus kommen. Grundsätzlich vorgesehen ist das aber auch für die 725 Atommüllfässer, die Gorleben schon verlassen haben, um für die weitere Lagerung verpackt zu werden. Das passiert bei der Firma GNS in Duisburg. Hier hat allerdings schon der Abbau der Anlagen begonnen, denn GNS will den Standort Ende kommenden Jahres komplett geräumt haben.

Erste Einlagerung schon beantragt

Der Atommüll in den 1.309 Fässern gehört den Betreibern der Kernkraftwerke und der Forschungseinrichtungen, aus denen er stammt. Diese Betreiber müssen nun entscheiden, ob sie die Fässer in Ahaus zwischenlagern wollen oder an einem eigenen Standort. Letzteres scheint aber eher unwahrscheinlich.

Auf Anfrage des WDR teilten Sprecher der GNS und des Ahauser Zwischenlagers zunächst mit, dass es bislang noch konkrete Einlagerungsanträge für Ahaus gebe. Diese Angabe wurde vom Betreiber des Zwischenlagers am Mittwochmittag (25.04.2018) jedoch korrigiert: Ein erster Antrag für 269 Fässer aus Gorleben sei bereits an die Bezirksregierung Münster gegangen.

Endlagerung verzögert sich

Symbolisches Atommüll-Fass vor Schacht Konrad

Das Endlager Schacht Konrad wird so bald nicht fertig

Eigentlich soll der schwach- und mittelradioaktive Atommüll im Schacht Konrad in Salzgitter endgelagert werden. Dafür werden die Atommüllfässer in Duisburg und in Jülich in spezielle Stahlblechcontainer verpackt, die dann mit Beton ausgegossen werden.

Die Fertigstellung des Endlagers Konrad hat sich aber immer wieder verschoben. Ursprünglich sollte ab 2013 eingelagert werden, inzwischen werden 2022 oder sogar 2027 als Fertigstellungsdatum genannt.

Stand: 25.04.2018, 20:00