Streit um Wasserkraftwerk in Bocholter Aa

Zwei Männer steigen mit einem Messstab in einen Fluss

Streit um Wasserkraftwerk in Bocholter Aa

Von Markus Wollnik

  • Turbine könnte Fischbestand gefährden
  • Betreiber bestreitet zu hohe Fließgeschwindigkeit
  • Fischereiverband sieht Wasserkraft kritisch

In Bocholt sorgt ein neues Wasserkraftwerk für Streit. Seit Ende Januar läuft die Turbine in dem Wehr an der Bocholter Aa. Jetzt stellt sich heraus, dass sie offenbar eine Gefahr für die Fische dort darstellt. Am Montag (18.02.2019) war der Fischereiverband NRW vor Ort.

Nach Messungen des Verbandes steht fest: Die Strömung dort sei zu hoch, das Wasser fließe fast dreimal schneller als erlaubt, so der Verband. Die Folge: Selbst große Fische wie Hechte würden erfasst, vor den Rechen gedrückt und sterben. Kleine Fische würden in der Turbine verenden.

Betreiber bestreitet Gefahr für Fische

Der private Betreiber der Anlage aus dem Sauerland bestreitet, dass sein Wasserwerk eine Gefahr für Fische darstellt. Auch hat er Zweifel an der gemessenen Strömungsgeschwindigkeit. Er will jetzt seinerseits einen Gutachter nachmessen lassen.

Fischtreppe fehlt noch

Die Bezirksregierung Münster hat den Betrieb des Wasserkraftwerks vorerst untersagt, da noch Restarbeiten an einer Fischtreppe abgeschlossen werden müssen. Über die sollen die Fische – unter anderem Barben und die seltenen Mühlkoppen – um die Wasserturbine herum flussauf- und abwärts schwimmen können.

Mehr regenerative Energie dank "Wassermühlen"?

WDR 5 Leonardo - Hintergrund 16.03.2017 10:55 Min. Verfügbar bis 15.03.2022 WDR 5

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Stand: 18.02.2019, 20:00