Löhne verordnet Bürgern Wassersparkurs

Garten bewässern: In Löhne ist das wegen drohender Engpässe in der Wasserversorgung nicht mehr erlaubt.

Löhne verordnet Bürgern Wassersparkurs

Löhne fordert die Bürger zum Wassersparen auf. Gärten dürfen nicht mehr mit Wasser aus der öffentlichen Wasserversorgungseinrichtung bewässert und Pools nicht mehr befüllt werden.

Die Bürger der Stadt Löhne sind am Donnerstag (27.06.2019) nach der jüngsten Hitzewelle per ordnungsbehördlicher Verordnung dazu aufgefordert worden, Trinkwasser nicht mehr zur Bewässerung ihrer Gärten oder zur Befüllung von Pools zu verwenden, weil eine Wasserknappheit droht. WDR.de sprach mit dem Leiter Wasserversorgung der Wirtschaftsbetriebe Löhne, Klaus Wilmsmeier, über drohende Engpässe.

WDR.de: Wie konnte es dazu kommen?

Wilmsmeier: "Für die Wasserversorgung der Städte Löhne, Bad Oeynhausen und der Gemeinden Hüllhorst sowie Hille steht ein Hochbehälter mit einem Fassungsvolumen von 7.000 Kubikmetern zur Verfügung. Das ist der Puffer, maximal können wir am Tag 18.000 Kubikmeter bereitstellen. Das Problem war zuletzt der exorbitant hohe Verbrauch. So um 19 Uhr geht das ab wie eine Rakete bis cirka 21.30 Uhr. Die Bürger bewässern dann ihre Gärten. Das belastet unser Versorgungssystem so stark, dass sich der Behälter über Nacht nicht mehr komplett füllen kann. Am Donnerstagmorgen etwa hatten wir nur einen Wasserstand von 3,74 Metern, was etwa 4.000 Kubikmetern entspricht.

WDR.de: Wie will die Stadt Löhne solche Spitzen künftig auffangen?

Wilmsmeier: "Wir haben 2018 beschlossen, einen weiteren Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Kubikmetern zu bauen. Der Bauantrag ist gestellt und das Grundstück gekauft. Realistisch ist ein Baubeginn im Frühjahr 2020 bei einem Jahr Bauzeit. Die Kosten werden zwischen fünf und sechs Millionen Euro liegen. Dass es vorher dazu kommen kann, dass mal kein Wasser mehr aus dem Hahn fließt, wage ich zu bezweifeln. Wir treffen alle dafür nötigen Maßnahmen, damit das nicht passiert. Es ist aber mit den Spitzenverbräuchen eng. Deswegen müssen wir den Weg über die Verordnung gehen."

Wegen Wasserknappheit: Bürger in OWL sollen Wasser sparen

WDR 2 26.06.2019 03:14 Min. Verfügbar bis 25.06.2020 WDR Online

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WDR.de: Wann rechnen Sie unabhängig vom Wetter, auf das man keinen Einfluss hat, und vor der Fertigstellung des neuen Hochbehälters mit einer Entspannung der Situation?

Wilmsmeier: "Wir müssen noch zweieinhalb Wochen bis zu den Sommerferien überbrücken. Dann müssten wir mit den Verbrauchsspitzen durch sein. In den Ferien sind erfahrungsgemäß 20 Prozent der Menschen nicht da, und nach den Sommerferien waren die letzten Jahre unproblematisch. Derzeit sorgen vier Einsatzkräfte dafür, dass die städtische Verordnung eingehalten wird. Noch heben sie den Zeigefinger, ab der kommenden Woche werden bei Verstößen Geldbußen verhängt. In sechs Wochen sollte eine neue Transportleitung aus Bad Oeynhausen zu den Stadtwerken Porta Westfalica stehen, die uns ein zusätzliches Jahresvolumen von 300.000 Kubikmetern sichert."

Stand: 27.06.2019, 18:02