Sprengstoff in Halterner Grundwasser

Ein verlassenes Firmengelände

Sprengstoff in Halterner Grundwasser

Von Markus Holtrichter

  • Altlasten aus Munitions-Herstellung
  • Krebserregende Stoffe breiten sich aus
  • Sanierungskosten in Millionenhöhe

Auf dem Gelände der ehemaligen WASAG-Chemie in Haltern-Sythen liegt eine der größten Rüstungsaltlasten des Landes. Das Grundwasser ist mit krebserregenden Stoffen verseucht. Der Kreis Recklinghausen steht vor einer Mammutaufgabe.

Ein Durchfahrtstor auf ein verlassenes Gelände

Erstmals durften Pressevertreter auf das abgesperrte Gelände

Am Dienstag (10.09.2019) durften erstmals Pressevertreter auf das mehr als 200 Hektar große Gelände, auf dem noch bis Ende vergangenen Jahres produziert wurde. Hier liegen alte Munitionsbunker, Versickerungsteiche und marode Gebäude in denen jahrzehntelang beispielsweise Sprengstoffe für den Bergbau hergestellt wurden.

Chemikalien versickerten

Ein Eingang in eine verlassene Sprengstofffirma

Auf dem Gelände befinden sich Munitionsbunker

Der Kreis Recklinghausen hat das Gelände für einen symbolischen Euro gekauft. Rechtlich ist er ohnehin verpflichtet, sich um solche Altlasten zu kümmern. Seit 1898 wurde hier Explosives für zivile Zwecke, aber auch für den Krieg produziert. Zu Weltkriegszeiten landeten viele Stoffe über Versickerungs-Teiche im Grundwasser. Seither breiten sich die Schadstoffe aus.

Grundwasser ist tabu

Inzwischen gilt für rund 1.300 Haushalten in Sythen ein Grundwasser-Nutzungsverbot. Viele Menschen haben hier eigene Brunnen, dürfen das Wasser aber weder trinken, noch nutzen, um den Garten zu bewässern oder Tiere zu tränken. Der Kreis hat die Verbotszone bereits mehrfach ausgeweitet.

Immenser Sanierungsaufwand

Der Kreis will gemeinsamen mit dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung erforschen, wie weit sich die Schadstoffe schon ausgebreitet haben. Das wird allein 5 Millionen Euro kosten, unter anderem für neue Mess-Stationen. Wie teuer die eigentliche Sanierung später wird, ist noch völlig offen. In gut 30 Jahren könnten die Schadstoffe das Wasserwerk in Haltern erreichen, schätzen Experten.

Umweltausschuss zu Rüstungsaltlasten in Haltern Lokalzeit Münsterland 10.09.2019 02:37 Min. Verfügbar bis 10.09.2020 WDR Von Frank Stach

Stand: 10.09.2019, 20:00