Arbeitskampf beim Sundwiger Messingwerk in Hemer

Warnstreikende mit roten Westen und IG-Metall-Flaggen

Arbeitskampf beim Sundwiger Messingwerk in Hemer

Rund 300 Beschäftigte des Messingwerks bangen um ihre Jobs. Der neue Eigentümer will sich nicht mehr an neu ausgehandelte Tarifverträge binden. Deshalb: Warnstreik. 

Ein vereinbartes Gespräch zwischen Gewerkschaft und Unternehmensführung sei nicht zufriedenstellend verlaufen, teilte Torsten Kasubke mit. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall im Märkischen Kreis ist besorgt und wütend. 

Gespräche gescheitert

Torsten Kasubke

Torsten Kasubke von der IG Metall

"Wir lassen es nicht zu, dass die Corona-Pandemie ausgenutzt wird, um kurzerhand schlechte Arbeitsbedingungen zum Standard zu machen", so Kasubke. "Das passiert nämlich, wenn Tarifverträge nicht mehr gelten."

Demonstrationszug durch die Innenstadt 

Die Beschäftigten sind am Mittag vom Werk in einem Demonstrationszug zum Neuen Markt marschiert. Die Kundgebung findet unter Einhaltung der Corona-Vorschriften statt und sei von der Polizei genehmigt, erklärte die IG Metall.

Die Deutsche Invest Mittelstand hatte den Hemeraner Traditionsbetrieb im vergangenen Jahr übernommen. Die Beteiligungsgesellschaft legt den Fokus auf kleine und mittelständische Unternehmen wie die Sundwiger Messingwerke.

Sie gehören nach eigenen Angaben zu Deutschlands führenden Herstellern von Drähten und Bändern aus Messing. Diese werden unter anderem bei der Produktion von Computern und in der Fahrzeugelektronik verwendet.

Geschäftsleitung: "Harter Sanierungsbedarf"

Die IG Metall habe dem Unternehmen "unzutreffend unterstellt, gemeinsame Gespräche zu verweigern", so die schriftliche Reaktion von Personalleiter Peter Lemke am Nachmittag. Betriebsrat und Unternehmen hätten sich "bereits zu zeitnahen und konkreten Gesprächen vereinbart."

Dass der Betrieb nicht mehr tarifgebunden sei, "hat keinerlei unmittelbare Auswirkungen auf die bestehenden Arbeitsverträge". Aber, so Lemke, es bestehe "ein dringender und harter Sanierungsbedarf", um die Arbeitsplätze in Hemer "weitestgehend" zu sichern.

Stand: 17.02.2021, 17:44