Open-Air-Porträts in der Warburger Innenstadt

Poträtfotos in der Warburger Innenstadt

Open-Air-Porträts in der Warburger Innenstadt

  • Dreißig Porträts von unterschiedlichsten Menschen
  • Vielfalt und Würde im "Museum der Menschheit"
  • Beteiligung von Schulen und Geschäften erwünscht

Bei einem Stadtspaziergang durch Warburg trifft man bis zum 13.10.2019 auf Menschen, die Ruben Tilmman an Krisenherden und entlegenen Orten dieser Welt, aber auch auf dem örtlichen Kälkenfest oder in der Flüchtlingsunterkunft in Dössel porträtiert hat.

Warburg ist erste deutsche Station weltweiter Tour

Zu sehen sind die Fotos in der Warburger Innenstadt prominent aufgestellt oder in Fenstern arrangiert. „Ich freue mich (…) unsere erste Freilicht-Ausstellung in Deutschland haben zu können“, sagt der Dokumentarfotograf. Die alte Hansestadt ist die erste Station auf einer weltweiten Tour.

Porträts treffen aufeinander – wie Menschen

Foto in einem Fenster der Warburger Innenstadt

Mit seinen Fotos hebt Tilmman die Würde der Porträtierten hervor und spiegelt gleichzeitig ihr Lebensumfeld: den „normalen“ Alltag europäischer Wohlstandsbürger ebenso diskret wie Flüchtlingsleid und Verarmung. „Mit meinen Fotos möchte ich Menschen eine Stimme verleihen, die uns viel zu erzählen haben, uns aber anders nicht erreichen könnten", sagt der niederländische Fotograf. Er und die Stiftung "Museum der Menschheit" möchten Kritik an den unwürdigen Zuständen üben, in denen einige Menschen leben müssen.

Frontalansicht verdeutlicht Vielfalt

Mehr als 3.000 Menschen hat er in den vergangenen 15 Jahren unter teilweise widrigen Umständen porträtiert - alle mit der gleichen Perspektive: von vorne mit neutralem Gesichtsausdruck. Er will die Betrachtenden öffnen für einen neuen Blick auf die Welt und die eigene Rolle in der Gesellschaft. Und er will sie zum Handeln ermutigen.

Die Würde von Menschen im Porträt

In Warburg zeigt der niederländische Dokumentarfotograf Ruben Timman, wie er Menschen gesehen hat. Seine Fotos begleiten einen Spaziergang durch die historische Innenstadt.

Motörhead-Fan vor leerstehendem Schuhladen

Der Dokumentarfotograf aus den Niederlanden hat mehr als 3.500 Menschen auf der ganzen Welt porträtiert, auch Cornelia.

Der Dokumentarfotograf aus den Niederlanden hat mehr als 3.500 Menschen auf der ganzen Welt porträtiert, auch Cornelia.

"Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch wertvoll ist und es verdient, mit Würde porträtiert zu werden", sagt Ruben Timman.

Drei sehr unterschiedliche Menschen am Eisenhoit-Brunnen in der Warburger Neustadt: Stefan, Michiele und Kadrie (v.l.n.r.)

Gifty aus Jamestown Accra (Ghana) ist an der Seite der katholischen Neustadtkirche St. Johannes Baptist zu sehen.

Links vom Eingang in die katholische Kirche drückt Aryane ihr Spielzeugpferd an sich.

An der Josef-Kohlschein-Straße werfen die Porträtierten aus drei Generationen einen Blick auf die Passanten: Mirella, Mariam und Gia.

Das Porträt der jesidischen Geflüchteten Melek aus Garaqosh (Irak) neben dem Eingang zum Ratskeller

"Was siehst Du über deinen Horizont hinaus?" Der weite Blick über den Schulhof des Gymnasiums Warburg.

"Wir haben vielleicht unterschiedliche Religionen, unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche Hautfarben, aber wir gehören der Menschheit an." Das Zitat von Kofi Annan unter seinem Porträt, fotografiert von Robert Wilson. Timman selbst hatte keine Chance mehr, den verstorbenen UN-Generalsekretär kennenzulernen, der ihn zu den Fotos inspiriert hat.

Geringe Kosten, großer Effekt

Die Zusammenarbeit mit Schüler*innen und Geschäftsleuten ist erwünscht, um eine möglichst große Wirkung zu erzielen. Die Gesamtkosten für die wetterfeste Open-Air-Ausstellung in Warburg betragen knapp 20.000 Euro. Etwas mehr als die Hälfte konnten bereits aufgebracht werden. Für die andere Hälfte werden noch Sponsoren gesucht.

Stand: 05.06.2019, 15:17