Waldsterben: Verlust rund 51 Mio. Euro

Aus dem Wald ragen durch Trockenheit und Borkenkäfer geschädigte Fichten als braune Flecken heraus

Waldsterben: Verlust rund 51 Mio. Euro

  • Holzpreise stark eingebrochen
  • Forderung: Finanzielle Hilfen vom Land
  • Sägewerke sollen sich umorientieren

Durch Borkenkäfer und Trockenheit werden die Städte im Sauerland rund 51 Millionen Euro verlieren. Das machten Forstexperten bei der Waldkonferenz am Donnerstag (12.12.2019) in Arnsberg deutlich. Die Preise für Holz sind stark eingebrochen.

Viel Holz musste früh geerntet werden

Bäume von unten richtung Himmel fotografiert.

Archivbild Waldsterben.

Schmallenbergs Bürgermeister Bernhard Halbe (CDU) geht davon aus, dass rund 1,3 Millionen Festmeter Holz zu früh gefällt werden mussten. Das entspricht der Menge, die sonst in sechs Jahren geerntet wird.

Als Vertreter der Städte mit Waldbesitz forderte Halbe bei der Waldkonferenz der Bezirksregierung mehr finanzielle Hilfen vom Land. Außerdem müsse die Ausnahmegenehmigung für schwere Holz-Lkw über das Jahresende hinaus verlängert und Wild stärker bejagt werden, damit es weniger junge Bäume frisst.

Die Fichte habe kaum eine Zukunft

Die Sägewerker der Region setzten als Alternative zur Fichte vor allem auf andere Nadelhölzer. Forstexperten machten am Donnerstag deutlich, dass die Fichte in vielen Gebieten durch den Klimawandel keine Zukunft mehr habe.

Ein nach Trockenheit und Borkenkäferbefall gerodeter Waldabschnitt mit Fichtenbestand

Archivbild Waldsterben.

Auch Sägewerker Hans-Georg Pieper sagte, seine Branche müsse sich umorientieren und künftig mehrere Baumarten verarbeiten: "Wir beschäftigen uns immer mehr mit anderen Nadelbaumarten, also die Douglasie, die als klimastabile Baumart für die Zukunft gilt, die Lärche, die Weißtanne, `ne Küstentanne."

Bei den Laubbaumarten gebe es am ehesten Probleme bei der Buche. Diese könne außer im Parkett oder im Möbelbereich kaum eingesetzt werden. Das meiste Holz aus Südwestfalen wird als Bau- oder Industrieholz verarbeitet.

Stand: 12.12.2019, 19:11