Waldbrand im deutsch-niederländischen Grenzgebiet gelöscht

Waldbrand im deutsch-niederländischen Grenzgebiet gelöscht

  • Waldbrand an der deutsch-niederländischen Grenze gelöscht
  • Mehr als 1.600 Feuerwehrleute waren im Einsatz
  • Lage entspannt sich auch in Gummersbach

Der Waldbrand im deutsch-niederländischen Grenzgebiet ist nach mehreren Tagen gelöscht. "Es gibt keine offenen Feuer mehr und die Einsatzkräfte im Gelände konnten auch keine Glutnester im Boden mehr aufspüren", sagte Kreisbrandmeister Rainer Höckels laut einer Mitteilung des Kreises Viersen vom Freitagabend (24.04.2020).

Insgesamt seien seit Montag mehr als 1.600 Feuerwehrleute in dem Grenzgebiet an dem Einsatz beteiligt gewesen. Noch bis zum Freitagabend war die Feuerwehr zur Bekämpfung von Glutnestern vor Ort.

Seit dem frühen Freitagmorgen war auch die Feuerwehr Witten mit 40 Einsatzkräften im Bereich Große und Kleine Borbach mit dem Löschen eines Walbrandes beschäftigt.

Wind treibt die Flammen an

Herkenbosch: Feuerwehrleute bekämpfen mit einem Großaufgebot einen Brand in einem niederländischen Nationalpark nahe der deutsch-niederländischen Grenze.

Löscheinsatz in den Niederlanden

Nach wochenlanger Trockenheit gab es in NRW und im niederländischen Grenzgebiet immer wieder Waldbrände. Am schlimmsten wütete ein Großbrand im niederländischen Nationalpark "De Meinweg" in der Nähe der deutschen Grenze.

Erst am Donnerstagnachmittag (23.04.2020) hatte die niederländische Feuerwehr gemeldet, dass der Brand weitgehend unter Kontrolle sei. Zunächst hatte sich laut Feuerwehr Viersen die Lage auf der deutschen Seite verschärft: Der Wind hatte gedreht und die Flammen in Richtung deutscher Grenze getrieben.

Dort gibt es große, leicht entflammbare Kiefernbestände. Niederländische Helikopter waren im Löscheinsatz – auch auf der deutschen Seite. Erschwerend kam hinzu, dass sich die Glutnester in den Boden gefressen hatten. Deswegen brauchten die Feuerwehrleute viel Wasser, um die Glut in tieferen Bodenschichten zu löschen.

Lage veränderte sich schnell

Bereits am Mittwochmorgen musste die niederländische Ortschaft Herkenbosch evakuiert werden. Die 4.200 Einwohner wurden in Sporthallen untergebracht. Erst am Donnerstagnachmittag hatte es Entwarnung gegeben.

Löschhubschrauber und Wärmebildkamera

Die Bundespolizei war mit zwei Lösch-Hubschraubern im Einsatz. Zum ersten Mal wurde bei einem Waldbrand auch der Hubschrauber der Landespolizei NRW eingesetzt. Zudem wurde eine hochauflösende Wärmebildkamera genutzt, um Brandnester zu finden.

In Gummersbach, dem zweiten großen Waldbrand dieser Woche in NRW, war die Feuerwehr am Freitagabend noch im Einsatz. Die Lage entspannte sich aber und ein Sprecher der Feuerwehr sagte, dass gehofft werde, am Samstag den Brand vollständig löschen zu können. Auch hier wurden die Flammen durch Winde wieder angefacht.

NRW-Umweltministerin in Gummersbach

Landes-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) war am Donnerstag nach Gummersbach gekommen und hatte sich ein Bild der Lage gemacht. Die Beseitigung der Brandschäden und die Wiederaufforstung sollten nicht am Geld scheitern, versprach Heinen-Esser. Insgesamt wurden 30 Hektar Wald zerstört.

Das Feuer ausgelöst hatte wohl ein 24-Jähriger. Er hatte eine Polizeiwache aufgesucht und eingeräumt, dass er durch eine weggeworfene Zigarettenkippe den Brand verursacht habe.

Seit Wochenanfang wurden bereits Waldbrände aus Hagen, dem Kreis Olpe und der Eifel gemeldet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikel war von einem Brand im Naturpark Hohes Venn die Rede. Tatsächlich brannte aber ein Waldstück nahe Heimbach, das nicht zu dem Naturpark gehört.

Stand: 24.04.2020, 19:25