Fall Lübcke: Waffenhändler aus Borgentreich wohl nicht in rechtsterroristischer Vereinigung

Polizei nimmt einen Mann fest

Fall Lübcke: Waffenhändler aus Borgentreich wohl nicht in rechtsterroristischer Vereinigung

  • Geständiger Tatverdächtiger Stephan E. hatte Waffenhändler und Vermittler benannt
  • Haftbefehl gegen mutmaßlichen Waffenhändler aus Borgentreich
  • Keine Hinweise auf rechtsterroristische Vereinigung

Im Zusammenhang mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat es Wohnungsdurchsuchungen und weitere Festnahmen gegeben. Die Wohnung des mutmaßlichen Waffenhändlers des Tatverdächtigen im Fall Lübcke liegt in Borgentreich-Natzungen, Kreis Höxter, die andere durchsuchte Wohnung im Raum Kassel.

Mordfall Lübcke - Angriff auf die Demokratie?

WDR 5 Tagesgespräch 27.06.2019 45:05 Min. Verfügbar bis 26.06.2020 WDR 5

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Tatwaffe schon 2016 verkauft?

Wie die Behörde am Donnerstag (27.06.2019) mitteilte, wurden der 64-jährige Deutsche Elmar J. aus Borgentreich sowie der 43-jährige Deutsche Markus H. festgenommen. Markus H. soll den Kontakt vermittelt haben, der Borgentreicher soll dann dem mutmaßlichen Täter Stephan E. im Jahr 2016 die spätere Tatwaffe verkauft haben. Ihm wurde noch am Donnerstag vom Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs der Haftbefehl verkündet.

Keine Hinweise auf rechtsterroristische Vereinigung

Der Sprecher der Bundesanwaltschaft teilte mit, der mutmaßliche Waffenhändler habe wahrscheinlich von der rechtsextremen Gesinnung von Stephan E. gewusst. Und wohl auch davon, dass er die Waffe für ein politisch motiviertes Tötungsverbrechen einsetzen wollte.

In die konkrete Tat sei der Mann aber wohl nicht eingebunden gewesen. Es gebe auch keine Hinweise, dass die Verdächtigen eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet hätten.

Mutmaßlicher Mörder gibt selbst die Hinweise

Die Ermittler hatten bereits in der Nacht zum Donnerstag (27.06.2019) – wohl in einem Erd-Depot auf dem Gelände des Arbeitgebers von Stephan E. – insgesamt fünf Waffen gefunden.

Stephan E. hatte in seinem Geständnis am Dienstag (25.06.2019) selbst auf die Waffen, das Versteck und die beiden möglichen anderen Tatbeteiligten hingewiesen.

Stand: 27.06.2019, 18:57

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