Neue Studie: Viel Wirtschaft im Unterricht

Nicht alle sind dafür, dass Wirtschaft in der weiterführenden Schule angeboten wird.

Neue Studie: Viel Wirtschaft im Unterricht

  • Neue Studie der Universität Bielefeld zum Thema Wirtschaft im Unterricht
  • Sozialwissenschaftler sprechen von "wirtschaftsfreundlichen Schulen"
  • Politik werde im Unterricht zu wenig thematisiert

Schülerinnen und Schüler haben von der 5. bis zur 10. Klasse viel Zeit, sich mit Wirtschaftsthemen zu beschäftigen. Zu diesem Ergebnis kommen Sozialwissenschaftler der Universität Bielefeld. Im Vergleich zu politischen oder gesellschaftlichen Themen nehme der Bereich Wirtschaft sogar eine dominierende Position in ihrer Gesamtlernzeit ein, heißt es in der neuen Studie.

"Wirtschaft gut, Politik mangelhaft"

Das Thema Wirtschaft habe demnach schon jetzt viel Aufmerksamkeit im Unterricht. Pro Schulwoche würden ökonomische Themen 41 bis 63 Minuten angesprochen, politische Themen jedoch nur 17 bis 20 Minuten. „Es hat uns schon sehr überrascht, dass auf ökonomische Themen bis zu dreimal mehr Lernzeit entfällt als auf politische Themen“, sagt Mahir Gökbudak. Die Autoren der Studie ziehen somit das Fazit: „Wirtschaft gut, Politik mangelhaft“ und sprechen von "wirtschaftsfreundlichen Schulen".

Forschungsprojekt zu Fächern Gesellschaft, Politik und Wirtschaft

Das Bielefelder Forscherteam hat für die Studie Stundentafeln und Lehrpläne zu den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft untersucht. In Stundentafeln wird festgehalten, wie viele Unterrichtsstunden auf welches Fach entfallen. Die Kernlehrpläne beschreiben, welche Kompetenzen auf welchem Niveau die Schüler am Ende eines Schuljahres in einem bestimmten Fach erreicht haben sollen.

An der Universität Bielefeld werden seit 2016 in dem Forschungsprojekt Daten zur Struktur der Schulfächergruppe Gesellschaft, Politik, Wirtschaft untersucht.

Stand: 17.12.2018, 15:11