Vesperkirche Gütersloh: Bald Einzelportionen statt gemeinsamem Essen

ev Martin Luther Kirche, Gütersloh

Vesperkirche Gütersloh: Bald Einzelportionen statt gemeinsamem Essen

Die "Vesperkirche" in Gütersloh bekommt ein ganz neues Konzept. Statt eines gemeinsamen Essens wird es vor der Martin-Luther-Kirche ab Januar verpackte Suppen zum Mitnehmen geben, gaben die Organisatoren am Montag bekannt.

Die Corona-Pandemie verlangt nach neuen Konzepten - auch bei der "Vesperkirche", der Martin-Luther-Kirche in Gütersloh. Im Januar und Februar wird es kostenlos verpackte Suppen geben, die man mitnehmen und an Bekannte oder Freunde verschenken kann. In der Zeit vor Corona aßen dort Menschen unterschiedlichster sozialer Kreise gemeinsam zu Mittag.

Idee: Suppe mitnehmen, in Kontakt mit anderen kommen

Dafür wird extra ein Regal mit rund 100 Fächern aufgebaut. Dieses soll ab Januar täglich in der Mittagszeit bestückt werden. Die Suppe ist in Weckgläsern eingemacht und damit transportfähig.

Durch das Weiterverschenken der Suppe behalte die "Vesperkirche" ihren Grundgedanken bei, über eine Mahlzeit miteinander in Kontakt zu treten und Menschen das Gefühl zu geben, wahrgenommen zu werden, erklärten die Organisatoren.

Tausende haben 2019 in der "Vesperkirche" gemeinsam gegessen

Man wolle "den Geist der "Vesperkirche" lebendig halten, aber niemanden gefährden", sagte Pfarrer Stefan Salzmann vom Organisationsteam. Im vergangenen Jahr haben rund 5.500 Menschen die "Vesperkirche" in Gütersloh besucht.

Idee kommt aus Süddeutschland

Die "Vesperkirche" Gütersloh war 2018 die erste ihrer Art in Nordrhein-Westfalen. Inzwischen kamen in NRW weitere "Vesperkirchen" in Bielefeld, Velbert und Wülfrath hinzu.

Die Idee zu dieser Veranstaltungsform stammt aus Süddeutschland. Die erste evangelische "Vesperkirche" Deutschlands wurde 1994 in Stuttgart eröffnet und zu einem jährlichen Winterprojekt zugunsten von Bedürftigen entwickelt.

Stand: 23.11.2020, 14:48