Münsterland bereitet sich auf mehr Corona-Patienten vor

Ein zum Behelfskrankenhaus umgebaute Turnhalle

Münsterland bereitet sich auf mehr Corona-Patienten vor

Im Münsterland bereitet man sich auf noch mehr Corona-Patienten vor. Inzwischen gibt es regionale Behandlungszentren, Diagnosezentren und Behelfskrankenhäuser.

Im Münsterland gibt es inzwischen einige tausend Corona-Infizierte. Wer befürchtet selbst infiziert zu sein, muss sich weiterhin telefonisch an seinen Hausarzt wenden und sollte nicht direkt die Praxis aufsuchen. Ist der Hausarzt nicht erreichbar, kann man auch die Notfallnummer 116 117 anrufen.

KV richtet Diagnosezentren ein

Die Hotline vermittelt weiter, zum Beispiel zu den Diagnosezentren. Inzwischen (Stand: 03.04.2020) hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KV) acht dieser Diagnosezentren im Münsterland eingerichtet, zum Beispiel in Bocholt am St. Agnes-Hospital. Patienten werden hier ausschließlich nach Anmeldung durch den Hausarzt, das Gesundheitsamt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst getestet. Die KV bittet Patienten, in keinem Fall ohne Voranmeldung vorbei zu kommen.

Behandlungszentren statt Arztpraxis

Anfang April baut die KV außerdem nach und nach Behandlungszentren auf, die sich um die Versorgung von Cornavirus-Patieten kümmern. An einigen Standorten werden die Diagnoszentren auch zu Behandlungszentralen ausgebaut. Hier wird die Schwere der Erkrankung ärztlich eingeschätzt und geklärt, ob der Patient nach Hause kann oder in eine Klinik muss.

Hilfskrankenhäuser sollen Kliniken entlasten

Das Gebäude des Marienhospitals in Laer, davor steht ein silbernes Auto.

Das "Fieberlazarett" im ehemaligen Marienhospital in Laer ist startklar

Um die Krankenhäuser zu entlasten, haben die Krisenstäbe der Münsterlandkreise inzwischen mehrere Hilfskrankenhäuser eingerichtet. Sie sind für Patienten gedacht, die nicht so schlimm an Corona erkrankt sind, dass sie ins Krankenhaus müssten, sich aber nicht allein zuhause versorgen können.

Das Fieberlazarett in Laer mit bis zu 200 Betten hat den Betrieb aufgenommen. Aus Lotte wurde bereits eine Pflegewohngemeinschaft dorthin verlegt. In der Sporthalle des Pictorius-Berufskollegs in Coesfeld wurde ein Hilfskrankenhaus mit bis zu 100 Betten errichtet. In Bocholter Europahaus wurde eine Kreis-Krankenhilfe-Einrichtung aufgebaut. Hier können bis zu 80 Patienten untergebracht werden. Zusätzliche Kapazitäten gibt es in Legden im Dorf Münsterland. Im Kreis Warendorf können verschiedene Stationen in Fachkliniken bei Bedarf genutzt werden.

Stand: 06.04.2020, 08:11