Vorwurf: Hat Elmar Brok doppelt kassiert?

Elmar Brok im EU-Parlament

Vorwurf: Hat Elmar Brok doppelt kassiert?

  • Brok soll Besuche doppelt abgerechnet haben
  • Angeblich liegen Belege aus 2016 und 2017 vor
  • Politiker weist Vorwürfe zurück

Der Europa-Abgeordnete Elmar Brok aus Bielefeld soll für Bürger, die ihn und das Parlament in Brüssel besuchten, Kosten doppelt abgerechnet haben. Das berichtet das Politikportal "Politico". Demnach soll Brok von den Besuchern pro Kopf einen Eigenanteil von je 150 Euro verlangt und parallel dazu eine Kostenerstattung beim EU-Parlament bekommen haben.

Brok: EU-Pauschalen deckten die Besucherkosten nicht

Das Online-Magazin hat angeblich Belege aus den Jahren 2016 und 2017. Vier Besuchergruppen sollen Kostenpauschalen gezahlt haben. Wie alle EU-Abgeordneten erhält Elmar Brok pro Besucher 120 Euro Erstattung. Zusätzlich bekommt er monatlich 4.500 Euro für Präsentationskosten. Laut Brok deckten die EU-Pauschalen aber nicht die Besucherkosten.

Politiker weist Vorwürfe zurück

Er habe sich nicht bereichert, sagte er im Gespräch mit dem ARD-Korrespondenten Ralph Sina: "Ich habe heute alle Unterlagen einem vom Europaparlament für Besuchergruppen lizenzierten Steuerberatungsbüro zur Verfügung gestellt", erklärte Brok dem WDR am Dienstag (22.01.2019). Über die Ergebnisse der Untersuchung wolle er so schnell wie möglich informieren.

Mit Besuchergeldern Zusatzleistungen finanziert?

Die von Besuchern verlangten Eigenbeiträge seien seines Wissens in Leistungen wie zusätzliche Übernachtungen, Stadtrundfahrten, Weinproben und andere Sonderprogrammpunkte geflossen, erklärte der dienstälteste Europapolitiker.

Brok sieht seinen Ruf gefährdet

Elmar Brok hatte sich vorbehalten, in der CDU für die Europawahl im Mai um einen sicheren Listenplatz zu kämpfen. Erst am Montag (21.01.2019) gab er bekannt, nicht mehr für das EU-Parlament zu kandidieren.

Stand: 23.01.2019, 08:30