Bordell in Dülmen verboten

zweistöckiges Flachdachbebäude

Bordell in Dülmen verboten

  • Genehmigung der Stadt aufgehoben
  • Verwaltungsgericht folgt Klägern
  • Belästigung der Nachbarschaft

Das Verwaltungsgericht in Münster hat ein Bordell in Dülmen verboten. Wie das Gericht am Freitag (21.02.2020) mitteilte, hat es die von der Stadt erteilte Genehmigung für die Umnutzung eines ehemaligen Bürogebäudes aufgehoben.

Die Nutzungsänderung für das Gebäude verstoße gegen nachbarschützende Vorschriften des Bauplanungsrechts. Es drohten "milieutypische Begleiterscheinungen", die für die Anwohner unzumutbar seien.

Anwohnerklage erfolgreich

Eine mit Dessous bekleidete Frau liegt in einem rot beleuchtetem Zimmer auf einem Bett

Bordellkunden könnten Nachbarn belästigen

Das Gericht folgte damit der Argumentation der Anwohner, die gegen die Genehmigung geklagt hatten. Sie hatten argumentiert, dass durch den Bordellbetrieb mit Belästigungen durch alkoholisierte oder unzufriedene Kunden, organisierte Kriminalität und Straftaten zu rechnen sei.

Bordell neben Wohnhäusern

Nach dem Ergebnis der Ortsbesichtigung sowie der Auswertung des Kartenmaterials erklärten die Richter, dass ein Bordellbetrieb an diesem Standort die gebotene Rücksichtnahme auf die in der unmittelbaren Nähe vorhandene Wohnbebauung vermissen lasse.

Die Richter beriefen sich dabei auch auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, wonach für Bordellbetriebe eher Standorte geeignet sind, die nicht in der Nachbarschaft von Wohnungen liegen.

Anwohner klagen gegen Bordell in Dülmen Lokalzeit Münsterland 06.02.2020 01:29 Min. Verfügbar bis 06.02.2021 WDR Von Andreas Lorek

Stand: 21.02.2020, 17:09